Kalkar: "Niedermörmter Mitte" darf wachsen

Kalkar: "Niedermörmter Mitte" darf wachsen

Der Andrang in Kalkars Bauausschuss war groß - auch wegen des Oybaums. Projekte in Niedermörmter diskutiert.

Kaum etwas interessiert Bürger so sehr wie ihr persönliches Wohnen und Wohnumfeld - entsprechend gut besucht war die jüngste Sitzung des Kalkarer Bau- und Planungsausschusses. Die meisten Leute kamen wohl wegen des Punktes "Bebauungsplanänderung Oybaum", obwohl es, wie berichtet, nur um die "Heilung" einzelner kleinerer Bausünden ging, nicht etwa um die Frage, ob Dauerwohnen künftig erlaubt sein könnte. Die Antwort auf diese Frage steht weiterhin aus und wird zwischen dem Kreis Kleve und der Bezirksregierung beziehungsweise dem Landesbauministerium geklärt.

Intensiv wurde über den Ortsteil Niedermörmter gesprochen. Zunächst stand da die Frage an, ob die Rosenstraße, von der aus die Einmündung Rheinstraße nicht gut einzusehen ist, zumindest in einem Teilbereich Einbahnstraße werden könnte. Das halten jedoch Polizei und Straßenverkehrsamt für nicht sinnvoll. Es bestehe Tempo 30, wer vorausschauend fahre, könne sich frühzeitig ein Bild von der Verkehrssituation machen und durchaus abschätzen, ob er abbiegen könne oder nicht. Das Unfallgeschehen sei als unauffällig anzusehen. Die Verwaltung schloss sich dem Vorschlag, alles wie bisher zu belassen, an, zumal es, wenn die Fachbehörden eben dieser Ansicht seien, kaum eine Alternative gebe. Zufrieden war die Politik damit nicht, stimmte aber mehrheitlich zu.

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In Niedermörmter West darf an der Straße "An der Woy" gebaut werden. Noch dort stehende Pappeln müssten ohnehin gefällt werden, wurde mitgeteilt. Der Bebauungsplan, der bisher dort Wohnbebauung ausschloss, wird geändert. Deutlich mehr wird voraussichtlich in "Niedermörmter Mitte" passieren. Bereits seit 2006 ist der dortige Bebauungsplan rechtskräftig, ein privater Bauträger plant dort eine größere Anzahl Wohnhäuser. Samt Kanal erschlossen wurde bereits die Ewald-Scholten-Straße, an der Baumöglichkeiten für bis zu 15 Einzel- und Doppelhäuser mit maximal zweigeschossiger Bauweise geschaffen werden können. Im Westen des Plangebiets gab es früher den Wunsch, ein Bürgerhaus zu realisieren. Diese Pläne sind jedoch längst vom Tisch; auch dort darf nun Wohnbebauung entstehen. Eine Weile debatierte der Ausschuss über Traufhöhen und die Frage, wie massiv die Bebauung an der Rheinstraße sein dürfe. Beschlossen wurde schließlich, den Bauträger in eine kommende Sitzung einzuladen, damit er sein Vorhaben konkret und detailliert vorstellt.

Am westlichen Rand von Altkalkar, eingerahmt von Gocher Straße und Paterdeich, ist der Bebauungsplan "Kirchstraße" in Vorbereitung, der planungsrechtliche Voraussetzungen für künftige Wohnbebauung schaffen soll. Da sich auch auf der anderen Seite der Gocher Straße Häuser befinden, werde der Ortsteil dadurch an dieser Stelle "sinnvoll abgerundet". Ein breiter Grünstreifen soll die künftigen Bewohner vor allzu viel Verkehrslärm bewahren. Erschlossen werden soll das Gebiet über die Kirchstraße. Nächster Verfahrensschritt ist die Beteiligung der Öffentlichkeit.

(RP)
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