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Niederlande verbietet privates Feuerwerk an Silvester

Entlastung für Einsatzkräfte : Niederlande verbietet privates Feuerwerk an Silvester

In den Niederlanden darf es auch das zweite Jahr in Folge zu Silvester keine privaten Feuerwerke geben. Damit sollen die Krankenhäuser entlastet werden. Was für Auswirkungen hat das auf das deutsche Grenzgebiet?

„So gut es geht“ soll in den Niederlanden verhindert werden, dass die Gesundheitsversorgung und Einsatzkräfte zusätzlich belastet werden. „Wie im vergangenen Jahr werden der Verkauf und das Abfeuern von Feuerwerkskörpern zum neuen Jahr verboten“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung der niederländischen Regierung.

Ziel der Maßnahme ist demnach, eine Überlastung von Krankenhäusern in der derzeitigen Corona-Welle zu verhindern. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Personen, die wegen Verletzungen im Zusammenhang mit Feuerwerk behandelt wurden, um 70 Prozent zurückgegangen, wie es heißt. Zum Vergleich: Wegen Verletzungen durch Feuerwerkskörper sollen im Jahr 2019 in den Niederlanden noch mehr als 1300 Menschen medizinisch behandelt worden sein.

Wie in Deutschland ist es in den Niederlanden an Silvester Tradition, Feuerwerkskörper abzufeuern. Die Verkäufer von Feuerwerk sollen finanziell entschädigt werden. Feuerwerkshows, die von Kommunen organisiert werden, sind nach Angaben der Regierung nicht von dem Verbot betroffen. Es könne sie geben, wenn die Einschränkungen wegen des Coronavirus es zuließen.

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Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den Niederlanden steigt schnell. Die Regierung hat bereits einen Teil-Lockdown verhängt, der noch mindestens zwei Wochen dauern soll. Bars, Restaurants und wichtige Geschäfte wie Supermärkte müssen laut den aktuellen Regeln spätestens um 20  Uhr schließen, nicht-zwingende Geschäfte bereits um 18  Uhr. Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum 4. Dezember.

Reichlich Material zum Knallern besorgen sich die Niederländer gerne auch diesseits der Grenze. Jahr für Jahr gleichen etwa die Bilder im niederrheinischen Kranenburg: In den Tagen vor dem Jahreswechsel stehen Menschen vor den Supermärkten Schlange, Autofahrer drehen auf den Parkplätzen mehrere Runden, um eine freie Lücke zu finden. Alles nur, um sich dann der größten Herausforderung zu stellen: Feuerwerkskörper einzukaufen.

Schon im vergangenen Jahr hatte es Sorgen bei den Behörden gegeben, dass Niederländer nach einem Verbot zunehmend auf deutscher Seite böllern könnten.

(lukra)