Welterbe im Kreis Kleve Niedergermanischer Limes soll besser vermarktet werden

Niederrhein · Die Welterbestätte besteht aus 44 Teilabschnitten von Remagen bis ins niederländische Katwijk. Sechs davon liegen im Kreis Kleve. Auch der Tourismus soll stärker profitieren.

Xanten: Archäologen entdecken römischen Palast in Xanten​
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Archäologen entdecken römischen Palast in Xanten

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Foto: dpa/Oliver Berg

Fachleute aus Tourismus, Archäologie, Kulturvermittlung und Museumsarbeit kommen derzeit im LVR-Archäologischen Park Xanten zu einer zweitägigen Fachtagung zusammen. Ihr Ziel: die verstärkte Vermittlung und touristische Entwicklung des niedergermanischen Limes, der seit 2021 zum Unesco-Welterbe gehört. Die antike Grenze war mehr als 400 Kilometer lang. Die Welterbestätte besteht aus 44 Teilabschnitten von Remagen bis ins niederländische Katwijk.Kostenpflichtiger Inhalt Sechs davon liegen im Kreis Kleve.

„Der niedergermanische Limes ist Teil der Grenze des früheren Römischen Reiches und kann daher viele Geschichten erzählen. An vielen Orten werden diese auch bereits spannend vermittelt, jedoch nicht als Ganzes, sondern örtlich isoliert. Das wollen wir ändern, denn die Vermarktung eines Unesco-Welterbes bietet noch weit größeres touristisches Potenzial, das wir gemeinsam ermitteln und künftig in Wert setzen möchten“, erklärt Heike Döll-König, Geschäftsführerin des touristischen Landesverbands Tourismus NRW. Der Verband gehört neben dem Unesco-Welterbe Niedergermanischer Limes, dem Landschaftsverband Rheinland und Niederrhein Tourismus zu den Ausrichtern der Fachtagung.

Das touristische Potenzial von Unesco-Welterbestätten sei groß. Einer Studie zufolge hätten 2016 allein 40 Prozent der deutschen Bevölkerung großes oder sehr großes Interesse daran, im Urlaub eine Welterbestätte zu besuchen. 32 Prozent der Deutschen hielten Nordrhein-Westfalen für gut oder sehr gut geeignet für einen solchen Besuch – Platz drei im innerdeutschen Destinationenvergleich. Von denjenigen, die bereits zu Besuch in Nordrhein-Westfalen waren, waren es sogar über 50 Prozent.

Der Niedergermanische Limes ist die sechste Unesco-Welterbestätte in Nordrhein-Westfalen. Zuvor hatten es bereits der Aachener Dom, der Kölner Dom, die Brühler Schlösser Augustusburg und Falkenlust, die frühere Kokerei und Zeche Zollverein in Essen sowie das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey in Höxter auf die Welterbeliste geschafft. Sie ziehen jedes Jahr zusammengerechnet Millionen Besucher an.

(RP)
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