Kreis Kleve: Nicht nur Unwetter bedrohten den Kreis

Kreis Kleve: Nicht nur Unwetter bedrohten den Kreis

Der Führungsstab der Freiwilligen Feuerwehr übte mit Einheiten der Hilfsorganisationen ein intensives Szenario. Landrat Wolfgang Spreen überzeugte sich persönlich von der Wirkungsweise der taktisch-operativen Einsatzleitung.

Die Lage war ebenso bizarr und umfangreich wie außergewöhnlich, mit der sich der Führungsstab der Feuerwehr des Kreises Kleve und Einheiten der Hilfsorganisationen im Zuge einer Stabsrahmenübung im Kreisfeuerwehrhaus in Goch auseinander zu setzen hatte.

Ausgerechnet an dem Wochenende, an dem das Parookaville-Festival in Weeze stattfand, das Stadtfest in Straelen gefeiert wurde, die Reiter auf einer Pferdeleistungsschau in Issum um Sieg und Platzierung kämpften und in Rheurdt ein Zeltlager der Pfadfinder eingerichtet war, nahte ein Unwetter aus den Niederlanden, das sämtliche Kräfte über Stunden fordern sollte.

Zudem ahnte man weder bei dem angenommenen Familientag im Kernwasserwunderland in Kalkar noch auf der großen Klever Kirmes etwas von dem Ungemach, was der Sturm mit seinen ausgeprägten Gewitterzellen, Hagel und Starkregen anzurichten drohte. Damit nicht genug, kam es auf dem Rhein bei Emmerich darüber hinaus zur Kollision eines Fahrgastschiffes mit einem Tankschiff, welches gefährliches Gefahrgut auf dem Strom transportierte.

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Dem Szenario vorausgegangen war eine intensive Schulung durch die Dozenten Kyoung-Su Park und Wilfried Rheinfelder von der Feuerwehr Akademie Niederrhein (FAN) Krefeld, in der zunächst die Abläufe und Vorgänge einer Führungsorganisation in Erinnerung gerufen wurden. Kurzum, der Stabsarbeit im Zusammenwirken der verschiedenen Sachgebiete wie Personal, Lage, Einsatz, Versorgung, Presse- oder Medienarbeit, sowie Informations- und Kommunikationswesen galt das Augenmerk dieser intensiven Weiterbildung, in die auch die Fachberater des THW, der Polizei und des DRK mit eingebunden wurden, deren Ende nun in die Stabsrahmenübung mündete.

Hierzu hatte FAN-Mitarbeiter Karl-Heinz Bauhaus nicht nur das Szenario ausgearbeitet, sondern koordinierte zudem auch das Übungsgeschehen. "Ich danke allen, dass sie sich nicht nur die Zeit für diese sicherlich wichtige Weiterbildung genommen haben, sondern diese auch an einem Wochenende im Zuge der Stabsrahmenübung festigen, obwohl eigentlich ihre Familie auf sie wartet", hob Landrat Wolfgang Spreen das ehrenamtliche Engagement sämtlicher Übungsteilnehmer hervor, damit diese im Fall der Fälle den Bürgern des Kreises Kleve helfend zur Seite stehen. Dabei erkannte Spreen anhand der Übungslage, zu der er sich an der Seite von Kreisbrandmeister Reiner Gilles über die Arbeitsweise eines jeden Sachgebietes informierte, sehr schnell, wie groß und vielseitig das Einsatzspektrum der freiwilligen Helfer heutzutage ist, um in allen Lagen oder unvorhersehbaren Ereignissen mit Gerät, Führungsinfrastruktur und Personal adäquat reagieren zu können. Zudem gefiel dem Landrat, dass bei dieser Übung auch die Notfall-Informations- und Nachrichten-App (NINA) integriert wurde, mit der die Bevölkerung wichtige Warnmeldungen für unterschiedliche Gefahrenlagen wie zum Beispiel Gefahrstoffausbreitung oder einem Großbrand erhält, wobei in diese Warn-App auch Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen integriert sind.

Fazit: Übung gelungen, eine Wiederholung wird ausdrücklich gewünscht.

(RP)