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Kranenburg: Niag-Vertrag: 25 000 Euro für Kranenburg pro Jahr

Kranenburg : Niag-Vertrag: 25 000 Euro für Kranenburg pro Jahr

Die Gemeinde Kranenburg hat mit den Niederrheinischen Verkehrsbetrieben AG (Niag) einen Vertrag ausgearbeitet, der der Kommune jährlich eine Summe von 25 000 Euro zusichern soll.

Der Vertrag, der laut Bürgermeister Günter Steins noch nicht unterschrieben ist, soll über drei Jahre laufen. Kranenburgs SPD-Fraktionschef Jürgen Franken warf der Verwaltung vor, Details dieses Vertrags dem zuständigen Ausschuss vorenthalten und erst auf Nachfragen veröffentlicht zu haben. In dem Vertrag werden die 25 000 Euro als "Abmilderungsbonus" deklariert.

Warum die Niag das tut, wollte Steins nicht im Detail sagen: "Es ist ein Gesamtpaket, was wir mit der Niag ausgehandelt haben", erläuterte der Bürgermeister, der die Kritik des SPD-Fraktionschefs nicht nachvollziehen konnte: "Ich habe lückenlos alles dargestellt. Wenn jemand relativ komplexe Sachverhalte nicht versteht, bin ich gerne bereit nachzuhelfen."

Steins betonte, dass die 25 000 Euro nichts mit der Einführung des Schoko Tickets zu tun hätten. Für dieses Ticket müssen Eltern bis zu 12 Euro zuzahlen, damit ihre Kinder zur Schule gefahren werden.

Was bei den Verhandlungen jedoch eine Rolle spielte, war die Buslinie 55, die vom Klever Bahnhof über Kranenburg ins niederländische Groesbeek führt — eine Route mit dem Status eines Rohrkrepierers. Was die Niag auch bestätigt. "Mehr als dürftige Fahrgastzahlen", hieß es am Freitag.

Die Linie war einige Jahre mit EU-Mitteln versorgt worden, da sie ein paar Kilometer über die Grenze führt. Knapp 100 000 Euro wurden jährlich für dieses Projekt überwiesen. Diese Zuschüsse laufen aus, demnach sprach eigentlich alles dafür, dass die Niag die unrentable Strecke aus dem Programm nimmt. Doch hätte die Gemeinde Kranenburg dann ein Problem, denn der Schülerverkehr wurde erst in diesem Schuljahr in den Linienverkehr integriert.

Für Steins ist das Verhandlungsergebnis mit der Niag ein gutes: Die Linie 55 ist für die Ortschaften von Bedeutung und mit den 25 000 Euro wird das Schoko Ticket für die Grundschüler und Kinder von Hartz IV-Empfängern finanziert.

(RP/jul)