Bedburg-Hau: Neun Forscher wollen den Beuys-Preis

Bedburg-Hau : Neun Forscher wollen den Beuys-Preis

Eine hochkarätige Jury trifft die Entscheidung darüber, welcher der Bewerber aus Deutschland, England und China den mit 10 000 Euro ausgelobten Forschungspreis erhält. Im Vergleich zur Premiere 2011 hat sich einiges geändert.

Als der Joseph-Beuys-Preis für Forschung in Zusammenarbeit des Museums Schloss Moyland, des Fördervereins und der Volksbank Kleverland das erste Mal ausgelobt wurde, hat er sofort für Wirbel gesorgt. Zunächst zeigte sich die Witwe des Künstlers, Eva Beuys, nicht mit der Namensgebung einverstanden. Der Preis kam dennoch — und wurde direkt in der wissenschaftlichen Landschaft angenommen. Die Preisträgerin, Theaterwissenschaftlerin Barbara Gronau, konnte sich 2011 mit ihrer Arbeit zur Baseler Beuys-Aktion "Celtic+---" gegen die Konkurrenz durchsetzen. Damals war der erste Preis mit 6000 Euro dotiert — die Zweitplatzierten sollten 4000 Euro erhalten. Aufgrund der hohen Messlatte, die für die Preisträger gelegt wurde, konnte jedoch nur der erste Preis vergeben werden.

Bei der zweiten Auslobung, deren feierliche Zeremonie am 25. Oktober dieses Jahres im Schloss Moyland stattfinden soll, hat sich einiges am Prozedere geändert — für die Bewerber wie für die Jury. Dieses Mal gibt es nur einen Preis, der mit 10 000 Euro dotiert ist. Er richtet sich an Absolventen von Universitäten, Hochschulen oder Akademien mit ihren Bachelor-, Magister-, Diplom- oder Doktorarbeiten sowie Habilitationen aller Fachrichtungen zu Aspekten des Werkens und Wirkens von Joseph Beuys. "Der Preis ist ganz bewusst interdisziplinär ausgelobt", sagt Sofia Tuchard, Pressesprecherin des Museums. Insgesamt neun Wissenschaftler aus Deutschland, England und China haben sich um den Preis beworben. Der Einsendeschluss war am 31. Dezember vergangenen Jahres, im Juli möchte sich die Jury zusammensetzen, um über den künftigen Preisträger zu beraten.

Das Gremium ist anders besetzt, als noch bei der Premiere — allerdings genauso hochkarätig. Die Historikerin und Kunstkritikerin Antje von Graevenitz, der Kurator und ehemalige Leiter der Kunsthalle Hamburg Uwe Schneede, der Professor für Kunstgeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg Hans Dickel, der langjährige Leiter der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Armin Zweite, der Philosoph und Kunsthistoriker Wolfgang Zumdick, die erste Preisträgerin Barbara Gronau sowie die künstlerische Direktorin des Museums Schloss Moyland Bettina Paust entscheiden, wer die 10 000 Euro erhält. Dabei werden sie sich noch intensiver mit den Arbeiten der Wissenschaftler auseinandersetzen. "Im Gegensatz zur Premiere werden jetzt nicht nur Exposés der Beiträge bewertet, sondern die komplette wissenschaftliche Arbeit", sagt Pressesprecherin Sofia Tuchard. 2011 überreichte Bildungsministerin Annette Schavan den Preis. Ob er dieses Mal von Johanna Wanka überreicht wird, ist noch unklar.

(lukra)