Kleve: Neuland fürs Gänse-Ei

Kleve: Neuland fürs Gänse-Ei

Der Uedemer Küchenmeister Robert Kehl wird auf der Dortmunder Messe "Jagd & Hund" im Februar Niederrheinisches Gänse-Ei zubereiten. Ein regionales Spitzenprodukt auf großer Bühne.

Der Uedemer Küchenmeister Robert Kehl wird auf der Dortmunder Messe "Jagd & Hund" im Februar Niederrheinisches Gänse-Ei zubereiten. Ein regionales Spitzenprodukt auf großer Bühne.

UEDEM-KEPPELN Der Rheinische Vielleger ist inzwischen leider so gut wie ausgestorben. Nur das Gänsestammbuch zeugt heute noch von Ausnahmeerscheinungen wie jener Topgans aus den fünfziger Jahren, die in 265 Tagen 126 Eier legte. In puncto Eierlegen unter Gänsen sind das Zahlen für die Annalen. Heute produziert eine durchschnittliche Gans im Schnitt 40 Eier pro Jahr. Vorausgesetzt, sie wird vom Stressfaktor Ganter losgelöst gehalten und ihre eigentlich erst im Frühjahr beginnende Legezeit durch "leichtes Lichtmanagement" von Ende September bis Juni verlängert.

Name geschützt

Das dadurch entstehende Angebot von derzeit rund 120 000 Eiern könne die Nachfrage jedoch nicht immer ausreichend befriedigen, berichtet Gregor Caspers von der Schutzgemeinschaft Niederrheinische Gänse-Eier. Daher ist es ein Anliegen des Vereins, die Mitgliederzahl zu erhöhen und Betriebe zu integrieren, die nach den Vorstellungen der Schutzgemeinschaft die Kollektivmarke "Niederrheinisches Gänse-Ei" produzieren.

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Denn seit Dezember ist der Name geschützt und das Ei als Markenprodukt gekennzeichnet. Der Ursprungsstempel garantiert die traditionelle, vom Niederrhein stammende, bäuerliche Geflügelhaltung.

"So können wir die lückenlose Rückverfolgbarkeit unserer Gänse-Eier bis zum Erzeuger sicherstellen", betont Bernd Hesseling vom Bauernmarkt Lindchen. "Die Patentierung des Namens ist unter anderem nötig, wenn man vorhat, ein Produkt auch überregional bekannt zu machen", ergänzt Caspers.

Zunächst steht dazu Anfang Februar der erste Messetermin außerhalb des heimischen Niederrheins an. Der Uedemer Küchenmeister Robert Kehl vom Gasthaus Kattelans wird auf der Dortmunder Messe "Jagd & Hund" wie schon im vergangenen Jahr seine kulinarischen Ideen präsentieren und diesmal ein niederrheinisches Gänse-Ei mit Wildfleisch im Weckglas zubereiten (siehe Infokasten).

"Als Verbraucher kaufen wir hier zu Lande ja auch Parmaschinken aus Italien, warum sollte ein Italiener sich also nicht für ein niederrheinisches Gänse-Ei interessieren", macht Hesseling den möglichen Anspruch des Spitzenproduktes deutlich.

(RP)
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