Kleve: Neues Zentrum für Kellen um die Kirche

Kleve : Neues Zentrum für Kellen um die Kirche

Im Bauausschuss: Die Willibrord-Pfarre Kellen bekommt ein neues Pfarrheim, die Kirche wird umgestaltet. Das alte Pfarrheim wird abgerissen und durch eine Wohnbebauung ersetzt. 24-Stunden-Tankstelle am neuen Hagebaumarkt.

Kellen bekommt ein neues "Zentrum": Rund um die Willibrord-Kirche soll neu gebaut werden. Das alte Pfarrheim soll abgerissen werden, ein neues an die Kirche angebaut und das Gotteshaus selbst umgestaltet werden. Anstelle des alten Pfarrheims und des Bolzplatzes sollen Wohnhäuser gebaut werden. 25 bis 36 Wohneinheiten, je nach Wohnungsgröße könnten entstehen, erläutert Kleves Kämmerer Willibrord Haas. Denn bevor die Umgebung der Willibrord-Kirche neu gestaltet werden kann, muss über einen entsprechenden neuen Bebauungsplan der Umwelt- und Bauausschuss entscheiden, der am kommenden Mittwoch, 12. März, 16 Uhr, im Interimsrathaus an der Landwehr tagt.

Als Architekten hat das Bistum Münster für die Umgestaltung der Kirche und den Neubau des Pfarrheims den renommierten Klever Architekten Prof. Hannes Hermanns gewonnen. Das Pfarrheim soll eingeschossig im Anschluss an die Kirche errichtet werden. Im Vorfeld hat die Pfarrgemeinde die Nachbarn informiert. "Der Entwurf ist schon fortgeschritten", sagte Hermanns. Wenn der Ausschuss das Verfahren für den neuen Bebauungsplan einleitet, wird man also bald mit dem Bau beginnen können.

Bei der Umgestaltung der Kirche und dem Neubau des Pfarrheims steht Hermanns als Garant für eine spannende, bis in die Details abgestimmte Architektur. Die anschließende Wohnbebauung soll später an einen Investor abgegeben werden. Hier wolle das Bistum allerdings auf eine hochwertige Planung achten, so hieß es gestern.

"In dem Bereich südwestlich der Pfarrkirche soll eine Bebauung entlang der Overbergstraße errichtet werden, die hauptsächlich dem Wohnen dient", sagt Haas. Im hinteren Bereich der Gevierts soll ein frei stehendes Gebäude errichtet werden, in dem Wohnungen vorgesehen sind, wie Haas es in der Vorlage für den Bauausschuss formuliert. "Durch die geplante Bebauung findet in diesem Bereich eine Wohnverdichtung statt. Dies ist aus stadtplanerischer Sicht gewünscht und entspricht den Zielen des Stadtentwicklungskonzepts einer Nachverdichtung und ressourcenschonendem Umgang mit Siedlungsflächen", erklärt der Kämmerer. Unter den neuen Häusern soll eine Tiefgarage ausgewiesen werden, damit nicht die komplette Straße durch die Fahrzeuge der Bewohner der neuen Wohnungen zugeparkt werden wird. Der Flächennutzungsplan hingegen muss nicht mehr geändert werden, weil der Bereich des alten Pfarrheims bereits als Wohnbaufläche ausgewiesen ist.

Die Tankstelle am Klever Ring nimmt ebenfalls konkrete Formen an: Hier liegen der Verwaltung mehrere Anträge vor, so Haas. Platz dafür wäre zwischen dem Klever Ring und dem Parkplatz des Hagebaumarktes. Das soll eine Tankstelle werden, die nicht nur mindestens sechs Tankplätze hat, sondern auch eine Waschanlage für Autos bekommen soll. Zusätzlich ist ein Bistrobereich im Verkaufsraum der Tankstelle vorgesehen. "Geplant ist hier ein 24-Stunden-Betrieb", sagt Haas.

Bis jetzt ist der Bau einer Tankstelle in dem ausgewiesenen Bereich aber nicht möglich. Deshalb müssen Planungsrecht und Bebauungsplan geändert werden. Darüber wird die Politik ebenfalls im Bauausschuss am kommenden Mittwoch debattieren.

Zwar liegt die Tankstelle aus städtebaulicher Sicht an der richtigen Stelle verkehrsgünstig am Kreuzungspunkt Klever Ring (B 9) und Tweestrom, sagt Haas. Aber: "Bezogen auf die Verkehrssituation am Klever Ring ist die Ansiedlung der Tankstelle in diesem Bereich nur möglich, wenn gutachterlich bestätigt wird, dass eine zusätzliche Verkehrsbelastung durch den Tankstellenbereich unbedenklich ist", konstatiert der Kämmerer.

(RP)
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