Neues Buch über Schenkenschanz

Neues Buch : 20 Geschichten von der Schanz

Gästeführerin Hildegard Liebeton, Redakteur Ingo Plaschke und Fotojournalist Marc Albers haben ein Buch über Schenkenschanz veröffentlicht. Auf gut 90 Seiten werden Geschichten von der Halbinsel erzählt und illustriert.

Der Namensgeber und Gründer des heutigen Klever Ortsteils Schenkenschanz war ein rüder Zeitgenosse. Als Nachkomme einer sogenannten Bastardlinie wurde Martin Schenk vermutlich in den vierziger Jahren des 16. Jahrhunderts in Goch geboren.

Um aus dem niederen Adel aufzusteigen, schlug er eine militärische Laufbahn ein. Er brachte es bis zum Heereskommandeur der Niederländer im achtzigjährigen Krieg, baute dann ein 4000 Mann starkes Söldnerheer auf und wechselte zur spanischen Weltmacht. Nach erneutem Wechsel auf die Seite der Niederländer bändelte er mit den Engländern an und entriss mit deren Hilfe das heutige Schenkenschanz dem klevischen Herzog. Dort errichtete er eine Festung, die fortan als strategisch wichtiges Tor zu den Niederlanden galt.

Die Gästeführerin Hildegard Liebeton hat die Geschichte von Martin Schenk aufgeschrieben. Es ist eine von vielen, die sie zusammen mit dem Redakteur Ingo Plaschke und dem Fotojournalisten Marc Albers in dem Buch „Auf Tour durch die Schanz“ festgehalten hat. Auf 96 Farbseiten werden Geschichten aus dem 100-Seelen-Dorf erzählt.

Darunter sind viele Geschichten, die Hildegard Liebeton schon seit vielen Jahren als Gästeführerin auf der Halbinsel erzählt. In der Rolle des Milchmädchens Änneke Schenk berichtet sie von dem Raubritter Martin Schenk, dem „Schrecken des Niederrheins“, von dem natürlich auch gesagt wird, er habe niemals gelacht. Und der schließlich in seiner Ritterrüstung ertrank, weil er nach einem missglückten Feldzug gegen Nimwegen von einem Schiff stürzte. Liebeton erzählt von dem Fußballclub Vorwärts Schenkenschanz, der 1909 gegründet wurde, vom alten Fußballplatz, auf dem der Spielbetrieb auch bei Hochwasser nicht gefährdet gewesen ist – schließlich hatte man einen Kahn für den Fall, dass der Ball ins Aus und damit im hohen Bogen ins Wasser flog. Sie erzählt von bekannten Schänzern wie dem Aalfischer Hennes Stelzner und von Hochwassern und der Gelassenheit, mit der die Bewohner damit umgehen.

Auf 96 Seiten in Farbe erzählen Hildegard Liebeton und Ingo Plaschke jeweils zehn Geschichten von der Schanz – reichlich Raum wurde den Fotografien von Marc Albers und einigen Archivbildern eingeräumt. Das Buch „Auf Tour durch die Schanz. Dorfgeschichten von Änneke Schenk“ ist im Mercator-Verlag erschienen und kostet 18 Euro.

Gelegenheit, das Buch über Schenkenschanz vor Ort zu erwerben, bietet sich am Sonntag: Bei den „Offenen Gärten“ nehmen vier Schänzer Gärten teil (Eintrittspreis vier Euro für alle vier). Das Dorfcafé ist geöffnet, und von 11 bis 17 Uhr leistet das THW Fährdienst. Autorin und Gästeführerin Hildegard Liebeton bietet zudem um 11 und um 15 Uhr kostenlose Führungen an – zu erkennen ist Änneke Schenk leicht an den Holzschuhen und ihrem Milchwagen.

Mehr von RP ONLINE