Kleve: Neuer Investor für Südstadt

Kleve : Neuer Investor für Südstadt

Eine Immobilie in der mit einer Grundstücksfläche von 10 300 Quadratmetern ist in Kleve an Investoren aus den Niederlanden verkauft worden. Über 100 Wohnungen gibt es in der Anlage.

"Stadt ohne Sheriff" werden Teile der Klever Südstadt im Volksmund genannt. Wenn dort eine Immobilie in der Größenordnung von über 10 000 Quadratmetern den Besitzer wechselt, sorgt das in der Regel für Aufsehen. Dennoch zeigte sich die Klever Verwaltung überrascht von der Nachricht, dass dort Grundstücksflächen von jeweils 7600 beziehungsweise 10 300 Quadratmetern an niederländische Investoren verkauft worden sind.

"Das liegt daran, dass es sich um ein Geschäft zwischen zwei privaten Parteien handelt. Da hat die Stadt erst einmal nichts mit zu tun", sagt Klaus Keysers vom Fachbereich Finanzen und Liegenschaften. RP-Informationen zufolge handelt es sich bei dem Objekt um eine Immobilie an der Brüningstraße. Der Kaufpreis soll bei mehreren Millionen Euro liegen.

Vermittelt wurde die Immobilie von der Berghs GmbH & Co. KG aus Lüneburg und der AKKON Group aus Köln. Angaben zum Investor wollte ein Sprecher der AKKON Group nicht machen, nur soviel: "Es handelt sich um einen klassischen Investor aus den Niederlanden." Will heißen: Ein Zusammenschluss von Privatinvestoren.

Die AKKON Group hatte die Ankaufsprüfung des Objektes übernommen und die Finanzierungskonditionen verhandelt. Berghs & Partner hatte nicht nur den Kontakt zu den niederländischen Investoren hergestellt, sondern auch eine Bewirtschaftungsstrategie entwickelt, die speziell auf die Immobilie zugeschnitten sei, wie es in einer Erklärung heißt. Was das heißt, führt der Geschäftsführer von Berghs & Partner, Olaf Bieniek aus: "Es handelt sich um ein Objekt mit über 100 Wohnungen. Viele von ihnen sind gut vermietet und sollen es auch bleiben. Es muss etwas geordnet werden, auch kleinere Schönheitskorrekturen sind nötig."

So sollen etwa die Außenanlagen besser gepflegt werden oder die Treppenhäuser einen neuen Anstrich erhalten. "Eigentlich ist das eine sehr ordentliche Immobilie, die in den vergangenen Jahren gut verwaltet wurde", sagt der Geschäftsführer.

Der Kontakt sei über das Netzwerk des Unternehmens zustande gekommen. "Mittlerweile sind bis zu 90 Prozent unserer Kunden in Deutschland aus den Niederlanden", sagt Bienik. Auch wo das Interesse der niederländischen Investoren herrührt, erzählt der Geschäftsführer: "In den Niederlanden ist der Immobilienmarkt praktisch zusammengebrochen. Da schauen sich die Investoren im Ausland um und Kleve liegt ja sehr günstig gelegen direkt hinter der Grenze. Die Nähe gibt noch einmal ein zusätzliches Gefühl an Sicherheit bei der Anlage."

Zuletzt war es Karneval 2011 zu einer Messerstecherei in der Brüningstraße gekommen. "Dort gibt es schon gewisse Blocks, bei denen soziale Härtefälle vorkommen", sagt Gerd Engler, Leiter der Caritas in Kleve. "In der Südstadt gibt es aber auch Reihenhäuser, die absolut unauffällig sind", so Engler. "Von einem sozialen Brennpunkt generell würde ich nicht sprechen —das geben unsere Zahlen nicht her."

(lukra)
Mehr von RP ONLINE