Kleve: Neue Schleuse kostet über 20 Mio. Euro

Kleve : Neue Schleuse kostet über 20 Mio. Euro

Laut einem Gutachten, das dem Fachbereich Tiefbau vorliegt, wird eine neu gebaute Schleuse die Nutzungsdauer von 100 Jahren haben. Es soll ein Bauwerk für Sportboote entstehen, sechs Varianten wurden untersucht.

Sechs Varianten für den Bau einer neuen oder den Erhalt der alten Schleuse liegen dem Fachbereich Tiefbau der Stadt Kleve vor. Sie werden, so hat es Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer im Bauausschuss versprochen, dem Rat am kommenden Donnerstag, 28. Juni, 17 Uhr in einem eigenen Tagesordnungspunkt vorgestellt. Wobei fraglich ist, ob die Varianten, die den Einbau der neuen Schleuse in die alte Schleusenkammer, noch relevant sind.

Im Vorfeld wurde dies wegen des künftigen Verlaufs durch die Deichsanierung von einigen Experten ausgeschlossen. Eines ist allen Varianten gleich: Man plant eine Sportbootschleuse, die sowohl in einer Breite von 5,5 als auch in der Breite von acht Metern verglichen wird. Die Stadt Kleve hofft, dass ein gewichtiger Teil der Baukosten vom Bund übernommen wird, der es offensichtlich versäumt hat, die alte Schleuse instand zu halten. Da die Vorbereitungen für die Deichsanierung bereits deutlich fortgeschritten sind, ist für die Stadt Eile geboten, die Planung einer Schleuse mit dem Deichverband abzustimmen. Alle untersuchten Bauwerks-Varianten haben eine Nutzungszeit von 100 Jahren.

Variante 1: Sportbootschleuse in vorhandener Schleusenkammer Das hätte den Vorteil, dass der vorhandene Standort beibehalten und die vorhandene Infrastruktur weiter genutzt werden kann, ebenso die Hubbrücke. So würde das Bild der alten Schleuse, die als Denkmal gilt, beibehalten. Allerdings kann hier nur von einer Kammerbreite (das ist der Raum, in den die Schiffe einfahren können) von 5,5 Meter ausgegangen werden. Langfristig müsse man mit Schwierigkeiten an den Schnittstellen zwischen neuer und alter Schleuse rechnen. Kosten (inklusive der Nebenkosten) zwischen 22 und knapp 25 Millionen Euro.

Variante 2: Sanierung und Umbau zur Sportbootschleuse des alten Schleusenbauwerkes Alle Vorteile von Variante 1 treffen auch hier zu (Beibehaltung Erscheinungsbild, Nutzung der Infrastruktur etc.). Die Nachteile: Alle Probleme und Überraschungen, die ein Altbau mit sich bringt. Außerdem gilt die Schleuse für die Freizeitschifffahrt als überdimensioniert. Kosten: mehr als 25 Millionen Euro.

Variante 3: Neubau einer Sportbootschleuse an gleicher Stelle Auch die genießt den Vorteil des Standortes, wie den Erhalt der Hubbrücke. Man rechnet aber mit einer Bauzeit von über drei Jahren. Die Kosten würden je nach Kammerbreite zwischen rund 22 und knapp 23 Millionen Euro liegen.

Variante 4: Sportbootschleuse an neuem Standort rechts der alten Schleuse Diese hätte den Nachteil, dass Infrastruktur und Brückenbauwerk sowie das Betriebsgebäude erneuert werden müssten. Außerdem sei mit Kompensationsmaßnahmen zu rechnen. Kosten je nach Kammerbreite zwischen 20 und 21 Millionen Euro.

Variante 5: Sportbootschleuse an der neuen Deichtrasse Hier würde die neue Sportbootschleuse auf Höhe der alten Schleuse gebaut und in die Planungen der Deichsanierung integriert. Das Gutachtenerrechnet Kosten zwischen 25 und 26 Millionen Euro, je nach Breite der Kammer.

Variante 6: Sportbootschleuse zwischen Schenkenschanz und Düffelward Das ist die Variante, die auch Vertreter der Wassersportvereine begrüßen würden, die aber im Widerspruch zur "Deichsanierung" steht und sehr umfangreiche Tief- und Erdbauarbeiten nach sich ziehen würde. Weiterer Nachteil: Bei starken Hochwasser würde das Schleusenwerk überströmt. Dennoch rechnet die Variantenuntersuchung hier mit geringeren Kosten als bei Variante 5 und kommt auf knapp über 24 bzw. knapp über 25 Millionen Euro je nach Kammerbreite. Beim Deichverband dürfte diese Variante nicht auf Begeisterung stoßen.

Die jährlichen Unterhaltskosten wurden für die Variantenuntersuchung zur Schleuse Brienen ebenfalls kalkuliert. Sie liegen je nach Variante bei zwischen 210.000 und knapp 280.000 Euro, inklusive der Rücklagen für die bauliche Unterhaltung. Nur die Variante 5 bleibt mit 160.000 Euro deutlich darunter.

(mgr)
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