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Neue Kampagne im Bistum Münster unterstützt Malteser im Kreis Kleve.

Freiwillige Helfer : Malteser suchen Ehrenamtler

Es geht nicht nur um Unterstützung im aktiven Dienst. Ebenso müssen die Verwaltung und viele weitere Tätigkeiten erledigt werden. Wer helfen will, für den gibt es eine Aufgabe, verspricht der Vorstand.

Wer schon mal ein Reitturnier oder eine Großveranstaltung wie das Weezer Parookaville-Festival besucht, der kennt sie. Wo immer sich jemand verletzen könnte, sind die erfahrenen Helfer der Malteser zur Stelle. Aber im Alltag fällt die Hilfsorganisation, die in vielen Orten des Kreises Kleve vertreten ist, gar nicht so auf. Weil die Malteser zwar helfen, wo immer sie gebraucht werden, aber daraus kein großes Aufhebens machen. Können sie auch gar nicht – für Öffentlichkeitsarbeit gibt’s kein (ehrenamtliches) Personal. Dieser und viele andere Bereiche verschwinden hinter der Notwendigkeit, vor allem die Einsätze und Bereitschaften zu stemmen. Weil aber auch die Helfer im Hintergrund sehr wichtig sind, gibt es jetzt eine bistumsweite Ehrenamtskampagne. Die Aktionswebsite www.werkanndersoll.de informiert im Internet, vor Ort zeigen Plakate und Postkarten, um was es geht.

Kristin Wälbers ist bei den Malteser in Kalkar die Stadtbeauftragte, was so viel wie Vorsitzende bedeutet, ihre Stellvertreterin ist Silke Smits. Gemeinsam mit dem Kollegen Klaus Egelhofer (Gruppenführer) und mit der hauptamtlichen Pressereferentin Jennifer Clayton berichteten die Aktiven, um was es geht. Nach 18 Uhr taten sie das, denn „Ehrenamt fängt nach Feierabend an“, erklärte Kristin Wälbers schmunzelnd.

In Kleve, Emmerich, Rees, Kevelaer oder Kalkar haben die Malteser dasselbe Problem:  „Wir haben wachsende Verwaltungsaufgaben, aber niemanden, der das gerne macht oder besonders gut kann. Die meisten Leute, die sich entscheiden bei einer Hilfsorganisation mitzuwirken, denken an Erste Hilfe, an Einsätze im Katastrophenschutz, Wachen bei Sportveranstaltungen. Alles ganz wichtig, aber auch die Internetseite, die Pressearbeit und die Koordination sollten nicht vernachlässigt werden. Zumal es ohne Öffentlichkeitsarbeit schwierig ist, auf uns aufmerksam zu machen“, sagt Wälbers.

„Ehrlicherweise sollten wir auch sagen, dass wir uns über unsere Einsätze finanzieren. Wenn wir öfter engagiert werden, können wir auch für unseren Verein mehr leisten, also weitere Gruppen betreuen, dem Nachwuchs mehr bieten, vielleicht einen Schulsanitätsdienst einrichten“, ergänzt Silke Smits. Die jungen Mitglieder können ernst genommen werden, haben regelmäßige Treffen und Schulungen, machen Lagerfahrten und Ausflüge. Alle 14 Tage treffen sich auch die Erwachsenen in den Malteser-Räumen an der Grabenstraße. Ein Vereinssitz in bester Lage.

Die Werbe-Karten, die gedruckt wurden, suchen nach „Strippenziehern, „Kontrollfreaks, „Schraubern“ und Menschen mit „Großer Klappe“. Anders ausgedrückt: solchen, die als ehrenamtliche Pressereferenten, Webmaster, Fahrzeugwarte, Schulungskoordinatoren, Hausmeister oder Verwaltungshelfer zur Verfügung stehen könnten. „Es gibt niemanden, den wir nicht brauchen können“, ist sich Jennifer Clayton sicher. Nicht einmal „kein Blut sehen können“ sei ein Ausschlussgrund – für Verwaltungsaufgaben braucht man solcherlei Tapferkeit nicht.