Bedburg-Hau Neue Abzock-Masche im Internet

Bedburg-Hau · Frau aus Bedburg-Hau hatte Glück und warnt vor den Online-Betrügern.

Einen Klick mehr, und Nicole S. (Name der Redaktion bekannt) wäre um 9050 Euro ärmer gewesen. Die Bedburg-Hauerin wäre um ein Haar ein Opfer von Online-Betrügern geworden. Nun ist es ihr ein Anliegen, weitere Menschen vor einer gemeinen Abzock-Masche zu bewahren.

Als S. die Internetseite ihrer Bank, die Sparkasse Kleve, aufrufen wollte, um ihre Kontoumsätze einzusehen, erschien auf dem Bildschirm sofort eine Mitteilung, die sie in dieser Form noch nie gesehen hatte. "Die Mitteilung war im Namen einer Steuerberatungsgesellschaft VSVZ aus Düsseldorf verfasst. Es hieß dort, man habe mir irrtümlich 9050 Euro überwiesen, dich ich nun zurücküberweisen solle. Andernfalls würde mein Konto gesperrt", zitiert S. das, was sie auf dem Bildschirm las. Die Unternehmerin schaute sich die Internetseite genau an, ob es wirklich die der Sparkasse Kleve ist. "Alles sah genau aus wie immer", sagt S.. Doch es sah eben nur so aus. Dass S. sich in Wahrheit gar nicht auf der Homepage der Sparkasse Kleve befand, sondern nur ein Bild betrachtete, auf dem diese Seite täuschend ähnlich abgebildet war, war ihr nicht bewusst.

S. bestätigte, dass sie die Mitteilung gelesen hatte und klickte auf "weiter". Die 9050 Euro wurden bereits als Guthaben auf dem Konto von S. angezeigt. Dann erschien ein Rücküberweisungsvordruck. "Alles war bereits ausgefüllt. Ich hätte nur noch eine Transaktionsnummer eingeben müssen, und die Überweisung wäre rausgegangen", sagt die Bedburg-Hauerin. Doch genau das tat sie nicht - zum Glück -, sondern rief ihren Sparkassen-Berater an. Der verriet ihr, dass sie beinahe einem dreisten Betrug erlegen wäre.

"Frau S. hat sich einen Banking-Trojaner eingehandelt, die per E-Mail verbreitet werden und die Computernutzer zu einer betrügerischen Rücküberweisung verleiten", erläutert der Klever Sparkassenfachwirt Christoph Kolender im RP-Gespräch. Der Trojaner lese Daten aus dem PC aus und verwende diese, um beispielsweise die Homepage einer Bank nachzubauen. "Wäre S. Kundin einer anderen Bank gewesen, hätte der Trojaner automatisch ein Abbild von deren Homepage erschaffen", sagt Kolender.

Ludger Braam, Sprecher der Sparkasse Kleve, betont, dass sein Kreditinstitut niemals Kunden im Online-Banking-Verfahren auffordern würde, eine Rücküberweisung zu tätigen, schon gar nicht vor dem Hintergrund der Drohkulisse. Spätesten da sollten Kunden misstrauisch werden, den Vorgang sofort abbrechen und sich mit ihrer Bank in Verbindung setzen. Kolender rät zusätzlich dazu, den verwendeten Rechner umgehend auf Schadsoftware prüfen zu lassen. "Um Computer vor einem Trojaner-Befall zu schützen, sollten der Virenschutzprogramm auf dem aktuellen Stand, eine so genannte Firewall eingerichtet und die neuesten Updates beider Programme installiert sein", betont der IT-Experte.

Obwohl ihr glücklicherweise kein Schaden entstanden ist, hat S. bei der Polizei Anzeige erstattet. "Das ist absolut richtig. Auch wenn die Chance, dass die Programmierer des Trojaners erwischt werden, vielleicht nicht besonders hoch ist, hilft uns eine solche Anzeige, Häufigkeiten solcher Betrugsversuche zu erkennen und vor den neuesten Maschen zu warnen", sagt Manfred Jakobi, Sprecher der Klever Polizei.

(RP)
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