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Mordprozess in Kleve: Nebenklage fordert 10.000 Euro Schmerzensgeld

Mordprozess in Kleve : Nebenklage fordert 10.000 Euro Schmerzensgeld

Die Angeklagten im Mordprozess werden von einem Gutachter untersucht. Die Verhandlung wird am 18. November fortgesetzt.

Ursprünglich sollte es der letzte Verhandlungstag im Prozess um den 43-Jährigen sein, der im März im Lidl-Markt in Materborn getötet wurde. Nicht zuletzt durch eine Reihe von Anträgen der Verteidiger der beiden Angeklagten Adil und Mekin O. sind die Plädoyers und das Urteil aber vorerst verschoben. "Es entsteht der Eindruck, dass die Verteidigung den Fortgang des Prozesses verzögern möchte", sagte Staatsanwalt Nico Kalb.

Ein Antrag hat indes für eine überraschende Wende im Prozess geführt: So sind beide Angeklagten bereit, sich jetzt von Dr. Jack Kreutz, Fachbereichsleiter der Forensik an der LVR-Klinik in Bedburg-Hau, begutachten zu lassen. Das hatten sie bisher abgelehnt. Da die Gutachten der Männer, die in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten untergebracht sind, einige Zeit in Anspruch nehmen, wird die Verhandlung erst am 18. November fortgesetzt.

Die beiden Anwälte der Nebenklage haben unterdessen beantragt, dass die Angeklagten der Mutter und dem Bruder des Opfers Schmerzensgeld zahlen. "Der gewaltsame Tod von B. hat sie nachhaltig erschüttert und die Lebensqualität vermindert", sagte Rechtsanwältin Gabriele Heinecke. Die Höhe sei "im Ermessen des Gerichts festzulegen", 5000 Euro pro Nebenkläger seien aber mindestens angemessen. Darüber - wie auch über die Anträge der Verteidigung - ist am Mittwoch nicht entschieden worden.

Der vorsitzende Richter Ulrich Knickrehm kündigte bereits an, dass mit dem Urteil am 18. November nicht zu rechnen ist.

(lukra)