Kleve: Nato schläft im halbfertigen Rilano-Hotel

Kleve : Nato schläft im halbfertigen Rilano-Hotel

Die ersten Gäste sind in das City-Hotel am Spoykanal eingezogen. Teilnehmer der NATO-Konferenz haben sich in 40 Zimmer eingemietet. Möglich macht das eine Teilabnahme durch die Stadt. Letzte Arbeiten gehen unterdessen weiter.

Die ersten Besucher des Rilano City Hotels in Kleve sind schon eingezogen, da ist es noch gar nicht offiziell eröffnet. Vom 8. bis zum 10. Oktober findet die Nato-Konferenz "Joint Air Power Competence Centre Conference 2013" in Kleve statt – und einige der Teilnehmer haben sich bereits in das neueste Haus der Rilano-Kette eingemietet.

Blick in eines der neuen Rilano-Zimmer. Foto: Rilano-Hotel

"Die Gäste übernachten zwei Nächte lang hier", bestätigt Hotel-Direktor Sven Brunssen. 40 der 110 Zimmer wurden dafür hergerichtet. "Wir sind ja noch nicht fertig mit dem Hotel. Es müssen zum Beispiel noch Arbeiten im Erdgeschoss und an der Terrasse durchgeführt werden", sagt Brunssen. Man setze derzeit alles daran, dass alle Arbeiten bis zur großen Eröffnung am 4. November abgeschlossen seien.

Dass die hochrangigen Nato-Teilnehmer in das unfertige Klever Hotel einziehen konnten, macht eine Genehmigung der Stadt Kleve möglich. "Wir haben für den Bereich eine Teilabnahme genehmigt", sagt Kleves Technischer Beigeordneter, Jürgen Rauer, der sich gestern noch auf der Expo-Real in München befand. "Es musste aber sichergestellt werden, dass sämtliche Vorgaben – etwa in den Bereichen Sicherheit und Brandschutz – erfüllt sind", betont Jürgen Rauer, der einräumt, dass es sich bei der Genehmigung eher um eine Ausnahme als um die Regel handelt. "So etwas kommt aber schon einmal vor, etwa wenn im gewerblichen Bereich schon vorab Maschinen aufgebaut werden müssen", sagt der Technische Beigeordnete.

Dass9 es sich bei der Nato-Konferenz in Kleve um eine Veranstaltung handelt, die von der Stadt als prestigeträchtig angesehen wird, dürfte bei der Entscheidung wohl zumindest nicht belastend gewesen sein. "Wir hätten aber auch den Antrag eines Kaninchenzüchtervereins entgegengenommen. Uns ist wichtig, dass wir nach Recht und Gesetz prüfen", sagt Jürgen Rauer.

Insgesamt 235 Vertreter der Nato und ausgewählte Gäste nehmen derzeit an der Konferenz in Kleve teil. Sie kommen aus ganz Europa – aber auch aus Amerika und Australien, wie der Pressestabsoffizier Oberstleutnant, Alexander Feja, sagt. "Manche der Teilnehmer sind mit dem Flugzeug angereist, andere mit dem Helikopter in Kalkar gelandet und dann mit dem Auto gekommen", sagt Feja. Mit der Unterbringung vor Ort sei man hochzufrieden. "Wir haben vorher überlegt, wo wir hingehen und ob wir die Konferenz verlegen müssen. Aber es klappt alles ganz hervorragend – wie auch schon in den vergangenen Jahren", sagt Feja. Auch die Hotelkette zeigt sich zufrieden mit dem Ablauf des hochrangigen Besuchs. "Die Resonanz ist sehr gut. Es sind ja auch wunderschöne Zimmer", sagt Sven Brunssen.

Die Bauarbeiten gehen von der Tagung unbeeinflusst weiter. "Es werden Teppiche verlegt, Wände tapeziert und gestrichen oder Zimmer eingerichtet. Das macht in der Regel keinen großen Lärm", sagt der Hoteldirektor. "Außerdem nehmen die Gäste tagsüber an der Konferenz teil. Dann können wir sie ja eh nicht stören", sagt er.

Die JAPCC Conference 2013 thematisiert die zukünftige Rolle der Luftstreitkräfte nach den Erfahrungen im Afghanistan-Einsatz. So wurde in Kleve diskutiert, ob unbemannte Drohnen der Schlüssel zum militärischen Erfolg sind. Die Konferenz wird seit Jahren in Kleve ausgerichtet und traditionell vom Nato-Stützpunkt in Kalkar organisiert.

(lukra)
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