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Kleve: Nächste Klage von Tjaden gegen die Stadt

Kleve

Nächste Klage von Tjaden gegen die Stadt

Ratlos: Unternehmer Udo Tjaden versteht die Entscheidungen der Klever Verwaltung nicht. FOTO: Gottfried Evers

Kleve Der Bremer Unternehmer Udo Tjaden (46), Besitzer des XOX- und Bensdorp-Geländes in der Unterstadt, klagt gegen die Stadt Kleve vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht.

Seit 1978 ist das Areal an der Briener Straße in der Klever Unterstadt im Besitz der Unternehmerfamilie Tjaden. Die Gebäude, in denen einst Klever Industriegeschichte geschrieben wurde, gehörten jahrelang zu der Kategorie "Ladenhüter". Auch die Stadt Kleve bezeichnete das Gebiet einst verächtlich als Industriebrache. Seitdem die Hochschule Rhein-Waal in die Nachbarschaft gezogen ist, erfahren die Gebäude in einem blühenden Umfeld eine neue Wertschätzung.

Udo Tjaden ist mit der Situation, trotz der verbesserten Rahmenbedingungen für sein Gelände, unzufrieden. So ärgert er sich unter anderem auch über die aus seiner Sicht viel zu lang dauernden Bauarbeiten vor seiner Haustüre (die RP berichtete). Die Briener Straße wurde aufgebrochen. 130 000 Euro soll der Bremer für die von der Stadt Kleve als Straßenneubau deklarierte Maßnahme zahlen. Aus seiner Sicht handelt es sich hier jedoch nicht um einen Neubau, sondern um eine Sanierung. Und eine Sanierung wäre für die Anwohner kostenlos. Und so ist die Klage gegen die Ablehnung des Bauantrags nicht die einzige, die der Kaufmann in Düsseldorf überprüfen lassen will.

Was Udo Tjaden ebenso ärgert, das sind Vorgaben der Verwaltung für das Bensdorp-Gelände, die er nicht nachvollziehen kann, so sehr er sich auch bemüht.

"Zunächst wollten wir dort Wohnraum erstellen, da hieß es, es ist ein Gewerbegebiet. Jetzt hätten wir dort Einzelhandel ansiedeln wollen, nun soll es wieder ein Mischgebiet sein. Der Eindruck, die Verwaltung weiß nicht, was sie will, verfestigt sich." Sein Vorhaben, ein Lebensmittel-Geschäft dort unterzubringen - einen ernsthaften Interessenten hatte Tjaden bereits - sei mit der Begründung abgelehnt worden, dass es nicht in die Umgebung passe. "Dabei sind in unmittelbarer Nähe gleich mehrere Lebensmitteldiscounter", sagt der Unternehmer aus Bremen.

17 000 Euro, so Tjaden, habe er allein als Bearbeitungsgebühr für seinen Antrag an die Verwaltung zahlen müssen, seine Planungskosten lägen bereits ebenfalls im sechsstelligen Bereich. "Ich habe den Eindruck, dass meine Vorschläge alle schon von der Verwaltung aussortiert werden und die Politik nie erreichen", sagt Tjaden. Bereits im ersten Jahr nach Eröffnung der Hochschule Rhein-Waal sei die damalige Präsidentin der HRW, Dr. Marie-Louise Klotz, mit der Bitte an ihn herangetreten, dort Wohnraum für Studenten zu schaffen. Dieser würde dringend benötigt, so die Professorin. "Hätte ich gern getan, durfte ich aber nicht", sagt Unternehmer Tjaden.

(RP)