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Kleve: Nach Kritik der Museumsaufsicht: Stadt verteidigt Ausschreibung

Kleve : Nach Kritik der Museumsaufsicht: Stadt verteidigt Ausschreibung

Die Verwaltung will sehr wohl auch auf Qualitätsstandards geachtet haben, sagt Rechtsdirektor Wolfgang Goffin. Aufsicht: "Wir sind zutiefst enttäuscht".

Es ist weiteres Kapitel in der langen Geschichte der Aufsicht im Museum Kurhaus Kleve. Dies ist eine Erfolgsgeschichte bislang eigentlich nur in der Kontinuität, die das Personal in den vergangenen Jahren ins Museum einbrachte und die die Aufsicht sichtlich zum Teil der Museumsfamilie werden ließ. Auf der anderen Seite stehen die Brüche in der Kontinuität der Unternehmen, die die Aufsicht beschäftigten und künftig beschäftigen sollen. Nachdem letztlich wieder einer dieser Unternehmer aufgeben musste, kam es zu eine Interimslösung mit einer aus Sicht des Museumsteams seriösen Firma. Jetzt schrieb die Stadt die Aufsicht turnusgemäß wieder aus.

Diese Ausschreibung kritisierte jetzt das Team der Museumsaufsicht in einem mehrseitigen gemeinsamen Schreiben heftig. Der Brief ging an Museumschef Harald Kunde, die Fraktionschefs im Rat und an die Vorsitzende des Freundeskreises, Ulrike Sack. Tenor: Diese Ausschreibung habe nichts mit der Ausschreibung zu tun, die die Stadt dem Team versprochen habe. Auch der Experte, der tatsächlich zu Rate gezogen wurde, sei von dem vorliegenden Ergebnis zutiefst enttäuscht, heißt es in dem Brief. Es handele sich um eine Ausschreibung, die nur über den Preis ablaufe (der Billigste bekommt den Zuschlag), so das Museumsteam.

Auf das Schreiben reagierte gestern Kleves Rechtsdirektor, Wolfgang Goffin: "Wir haben bei den Ausschreibungen den Rat eines Fachmanns eingeholt und auch eigene Vorstellungen eingebracht. Natürlich haben wir dabei auch auf Qualitätsstandards – sowohl an die Unternehmen als auch an das Personal – geachtet", versichert Goffin. Man habe ja schließlich selbst kein Interesse daran, einer Firma den Zuschlag zu erteilen, die bald wieder Konkurs gehe.

Mehr als zehn Angebote hätten nach Abschluss der Ausschreibung vorgelegen. "Es besteht kein Grund zur Panik, wir sind auch an Kontinuität interessiert", sagt er. Auf den Vorwurf, immer nur auf den billigsten Anbieter zu achten, reagierte Goffin ebenfalls: "Wir können bei der Ausschreibung nicht automatisch der Firma den Zuschlag geben, die am meisten zahlt. Lediglich die Zahlung des Mindestlohns ist festgeschriebene Voraussetzung", sagt Goffin. Und der läge bei neun Euro. "Dass Mitarbeiter vorher mehr gezahlt bekommen haben, war schön für sie. Rechtsanspruch haben sie aber keinen darauf", so Goffin. Eine Übernahmegarantie auszusprechen, sei schlicht unmöglich. "Wir können lediglich den Wunsch äußern, dass die Mitarbeiter übernommen werden. Da haben die Unternehmen aber auch selber ein Interesse dran", sagte der Rechtsdirektor.

Da die Ausschreibungsfrist gestern ablief, können die bewährten Mitarbeiter des Aufsichtsteams nur hoffen, dass die Stadt ein besseres Händchen bei der Auswahl hat, als bislang . . .

(lukra)