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Musiker vom Niederrhein haben Corona-Gemeinschaftsprojekt aufgenommen

Gemeinschaftsprojekt „Niederrhein connected“ : Musiker wollen nicht auf morgen warten

Als „Niederrhein – connected“ haben elf Musiker aus der Region einen Song aufgenommen. Das Gemeinschaftsprojekt entstand unter besonderen Bedingungen und soll Live-Musik-Veranstaltungen im Kreis Kleve unterstützen.

Was tun, wenn ein winzig kleiner Mikroorganismus sämtliche Pläne, Träume und Erwartungen von Künstlern, Musikern und Konzertveranstaltern über den Haufen wirft? Mit dieser Frage sahen sich auch Jeannette van Olst, Sander Stoel und Henning Woitge kürzlich konfrontiert. Die drei haben eine Gemeinsamkeit: ihre große Leidenschaft ist die Musik. Während van Olst als Vorsitzende des Vereins „Blues in Zyfflich“ jedes Jahr tatkräftig an der Organisation des auch überregional beliebten Festivalwochenendes im Storchendorf beteiligt ist, packt Stoel in der „Culucu“-Bar in Rindern mit an. Sie ist bekannt als Treffpunkt für aufstrebende Bands und Musikbegeisterte aller Altersklassen. Woitge indes ist Sänger und Songwriter der Band „Ted’s Basement Connection“ und spielt von Zeit zu Zeit auf den Bühnen des Niederrheins.

So zumindest im Normalfall. Das bisher nicht so ganz gewöhnliche Jahr 2020 hat auch Auswirkungen auf ihr musikalisches Schaffen. An Live-Auftritte oder gar Festivals ist nicht zu denken, Kneipen und Bars mussten fürs erste schließen. Wie also dennoch ein wenig frischen Wind in die hiesige Musikszene bringen?

Letztendlich war es Henning Woitge, der mit der Idee daherkam, gemeinsam den Song „Stop waiting for tomorrow“ (deutsch: „Hör auf, auf morgen zu warten“) zu produzieren. Man wolle Aufbruchsstimmung vermitteln und gleichermaßen einen kleinen Ersatz für die ausgefallenen Musikveranstaltungen schaffen, heißt es in einer Mitteilung der Initiatoren. „Da man in Corona-Zeiten als Musiker recht abgeschnitten ist, verbringe ich mehr Zeit in meinem privaten, kleinen Studio. Dort habe ich dann ein Lied geschrieben und in der Folge nach potenziellen Mitstreitern gesucht“, erklärt Woitge den Ursprung der Aktion.

Seine Bemühungen stießen auf großen Anklang. Neben ihm, van Olst und Stoel sind insgesamt acht weitere Musikbegeisterte aus der Region an „Stop waiting for tomorrow“ beteiligt. Die elfköpfige Formation nennt sich „Niederrhein-connected“. Der Name ist selbstverständlich Programm. Die Mitglieder kommen aus Emmerich, Kleve, Bedburg-Hau, Goch und Kranenburg. Einer nach dem anderen statteten sie Woitge einen Besuch ab, um in trauter Zweisamkeit ihren jeweiligen Part aufzunehmen. Im Anschluss erfolgte ein Videoshooting.

Das Endergebnis, eine eingängige Uptempo-Poprocknummer, kann sich hören lassen. „Wenn wir frisch, fromm, fröhlich, frei diesen Song präsentieren, soll er den Zusammenhalt aller Musiker der Gegend veranschaulichen“, sagt van Olst begeistert. „Er soll die Leute fröhlich machen.“ Innerhalb des Ensembles ist dieses Ziel zumindest schon einmal vollbracht. „Wir sind total happy und hatten großen Spaß an unserem kleinen Projekt“, zieht Woitge ein durchweg positives Fazit. „Es ist schön zu sehen, dass trotz der aktuellen Umstände Kreatives passiert und gemeinschaftlich etwas geschaffen werden kann.“

Sollte durch die Veröffentlichung ein gewisser Geldbetrag zusammenkommen, fließt dieser zu 100 Prozent in die Organisation von Live-Musik-Veranstaltungen im Kreis Kleve. Über positive Kommentare, viele Klicks oder gar Downloads würden sich alle Mitwirkenden dementsprechend freuen.