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Niederrhein: Museumsleiterin will Römerkultur vermitteln

Niederrhein : Museumsleiterin will Römerkultur vermitteln

Für Xanten kehrte Charlotte Schreiter der Metropole Berlin den Rücken. Jetzt stellte sich die neue Chefin des Römermuseums vor.

Wie gut, dass der Niederrhein schön flach ist und es hier viel Wasser gibt. Denn die Hobbys von Charlotte Schreiter sind Radfahren und Rudern. "In Gegenden, in denen man nicht rudern kann, da geh ich nicht hin", versicherte die neue Leiterin des Xantener Römermuseums. Im Dezember hat Schreiter die Nachfolge des nach Trier gewechselten Marcus Reuter angetreten. "Wir freuen uns wahnsinnig", meinte am Mittwoch Martin Müller, Leiter des Archäologischen Parks. Die im Juli 2012 freigewordene Stelle war bundesweit ausgeschrieben worden. Schreiter wurde, so Müller, aus einem "hochkarätigen Bewerberfeld" mit Kandidaten aus dem In- und Ausland als neue Museums- chefin ausgewählt.

Dabei mag eine Rolle gespielt haben, dass Charlotte Schreiter, die in den vergangenen elf Jahren als Wissenschaftlerin an der Berliner Humboldt-Universität gearbeitet hat, den Xantener Römerpark bestens kennt. Von 1991 bis 1993 war sie Volontärin im APX, betreute dort später wissenschaftliche Projekte, Veröffentlichungen und eine Grabung. "Xanten ist nicht irgendein Ort in der Archäologie", sagte Schreiter, die sich von der Entwicklung des APX und des Römermuseums beeindruckt zeigte. Die publikumsnahe Kombination von Ausgrabungen und der Präsentation der Ergebnisse in Xanten sei überaus reizvoll. "Der Wechsel ist mir sehr leicht gefallen", sagte die gebürtige Berlinerin, die gemeinsam mit ihrem Sohn (15) zunächst einmal aus privaten Gründen aus der Bundeshauptstadt nach Moers gezogen ist.

Anders als ihre Vorgänger ist die neue Museumsleiterin mit ihrem Team auch für die Präsentationen im Römerpark zuständig. Schreiter nannte mehrere anstehende Projekte: eine Ausstellung über Migration im Römischen Reich (Titel: "Überall zu Hause und doch fremd"), die im Juni beginnt, eine Präsentation über Gladiatoren im Amphitheater, die im Sommer eröffnet werde, ein Stadtmodell der Colonia Ulpia Trajana, dass (ab 2014) die "räumliche Dimension" der Römerstadt verdeutlichen werde. Die "Urbanistik" sei ihr Lieblingsthema, sagte Schreiter: Wie sind die römischen Städte entstanden, welche Bedeutung hatte das "militärische Ambiente" für die Menschen?

Sie wolle das Publikumsinteresse "mit immer neuen Themen" wachhalten, kündigte Schreiter an. Dazu geeignet sind auch Wechselausstellungen, sei es speziell über Xantener Themen oder das Wechselspiel zwischen Rom und seinen Provinzen. Besucherzahlen spielten bei einem Museum "immer eine Rolle". Auch erneute Kunstausstellungen in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Xanten schließt Schreiter nicht aus. "Wir müssen darüber reden, wie das ins Museumskonzept passt."

Nicht zuletzt liegt ihr auch die Vermittlung der "fremden Kultur" der alten Römer an die heutige Jugend am Herzen. Schreiters Team wird ab Februar um eine zweite Museumspädagogin neben Marianne Hilke verstärkt.

(RP/ac)