Museum Kurhaus Kleve stellt das pädagogische Programm vor

Museum Kurhaus Kleve : Kino und Kaffee aus Bauhaustassen

Die Mannschaft des Museums Kurhaus stellte das Begleitprogramm bis September vor: Führungen, Workshops und im Sommer wieder Kino-Klassiker im Innenhof des Friedrich-Wilhelm-Bades.

Es ist bunt, Orange knallt heraus, ein frisch-giftiges Grün, glänzend blaue Zacken sind zu sehen, farbige Kreise, Dreiecke, bauchige Kannen: Das neue Programm des Museums Kurhaus Kleve liegt vor und erzählt prall gefüllt von dem Angebot im Haus an der Tiergartenstraße. Angefangen bei den Workshops für Kinder und Jugendliche über das Sommerkino im Innenhof mit Hilfe der Tichelparkcinemas bis zu den neuen Ausstellungen im Haus und den Führungen zu den Ausstellungen oder in die Katakomben des Museums. Und nicht nur das: Es gibt ein Konzert, das an den Klever Musiker und Musikwissenschaftler Prof. Walter Gieseler erinnert, eine Lesung und – nicht zu vergessen – den Resonanzraum Kunst.

Die knallligen Farben hat das wie immer schmal gestaltete 50-Seiten-Heft-Büchlein von der Ausstellung „Als der Kaffeetisch zur Galerie wurde. Keramik um 1930“. Eine Reminiszenz an das Bauhaus und vor allem auch an die Bauhaus-Frauen. Die Bauhaus-Keramik-Ausstellung eröffnet am Sonntag, 14. Juli, um 11.30 Uhr. Das Café Moritz wird dazu Kuchen auf Bauhaus-Platten servieren. Die knallig bunte Keramik im Bauhaus-Stil aus der Sammlung Steinecke gab dem Heft auch den bunten Umschlag. Das Programm wurde jetzt im Museum Kurhaus in der „Wunderkammer“, wie der lichte hohe Raum für die Museumspädagogik heißt, vorgestellt – in der Runde der Museumspädagogen und Kunstvermittler sowie Museumsdirektor Harald Kunde und Kuratorin Valentina Vlasic am großen Tisch auf den runden Hockern mit Rollen.

Alexandra Eerenstein, Kunsthistorikerin und Museumspädagogin, stellt die Workshops für Kinder vor. Stolz ist man im Kurhaus vor allem auf das Angebot für die ganz Kleinen ab drei Jahre, die mit Begleitperson schon in die „Wunderkammer“ dürfen. In der Regel sind die Kurse ausgebucht, oft wird auch ein zweiter Kursus angesetzt, sagt Eerenstein. „Ideal sind sieben Teilnehmer, aber meist sind es mehr als zehn. Es gelingt uns also, die Kinder für das Haus zu begeistern“, sagt die Kunsthistorikerin. Der nächste Kurs für die ganz Kleinen ist am Samstag, 8. Juni. Dann dürfen die Kinder wieder zu den „Wasserdrachen“ an der Minerva, wie die Kinder die barocken Delphine der Göttin der Künste nennen. „Da machen wir dann auch erste Zeichenübungen: Wie malt man einen Fisch“, sagt Eerenstein. Es wird in anderen Kursen in Ton gearbeitet, einer bietet auch „Action-Painting“ an – dann ist richtig was los in der Wunderkammer.

„Im Grunde haben wir jeden Samstag Kurse im Angebot“, sagt Valentina Vlasic. 22 sind im Programm bis September eingetragen, die sich an Teilnehmer zwischen drei und 18 richten, die auch nicht in den Ferien pausieren und in der Sommerzeit ein tolles Kontrastprogramm bieten. Dazu können auch weitere Kurse gebucht werden. Beispielsweise für Geburtstage und andere Feiern. Doch die 22 Kurse sind nur ein Teil der Kunstvermittlung, im gleichen Zeitraum stehen noch weitere Ausstellungen auf dem Programm, neben der laufenden Präsentation der Fotos von Evelyn Hofer und der mit Werken der Deutsch-Preisträgerin Talisa Lallai. Zur Bauhaus-Keramik sind ab 28. September auch die Werke des amerikanischen Bildhauers Luca Blalock zu sehen.

Brigitte Alex, Museumschef Harald Kunde, Alexandra Eerenstein, Gerd Borkelmann und Kuratorin Valentina Vlasic (v.l.). Foto: Matthias Grass

Zu allen Ausstellungen bietet das Museum jeden Sonntag Führungen an, die Brigitte Alex, Margret Ostermann und Gerd Borkelmann oder die Kuratoren erklären dann die Bilder. Gerd Borkelmann lädt auch wieder zum beliebten Blick hinter die Kulissen ein, Schätze aus dem Depot zu entdecken (28. Juni, 19.30 Uhr). Außerdem bietet der Künstler und Kurator im Rahmen der Bauhaus-Ausstellung einen Vortrag am 12. September über 100 Jahre Frauen in der Kunst und im Bauhaus in der Weberei und der Keramik an.

„Beliebt sind auch unsere Angebote, Kunst zu bewerten“, sagt Kunde. Dann können Bürger mit ihren Schätzchen unterm Arm ins Museum kommen, um zu erfahren, ob das Schätzchen vielleicht doch ein Schatz ist oder „nur“ ein Erinnerungsstück. Allerdings, so schränkt Kunde ein, könne man keine exakten Euro-Beträge benennen. „Aber wir versuchen, die Schätzchen der Bürger richtig einzuordnen. Wenn dann kostbare Werke darunter sind, vermitteln wir an die Profis von Auktionshäusern“, sagt Kunde. Manchmal müsse man sich erst einmal kundig machen, erklärt Vlasic: „Wir sind ja nicht vorher unterrichtet worden, was kommt, wie die Experten beim Fernsehen“, sagt Vlasic. Aber in der Regel wird man fündig. Auch wenn das Werk sich als Druck entpuppen sollte. Diese Begutachtungen von Kunstwerken sind immer am ersten Mittwoch im Monat.

Darüber hinaus stehen noch am 29. September ein Konzert zu Walter Gieseler auf dem Programm und am 13. Juni eine Lesung mit Vea Kaiser zu ihrem Roman „Rückwärtswalzer“.

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