Kalkar: Motorräder fliegen durchs Wunderland

Kalkar: Motorräder fliegen durchs Wunderland

Zum zweiten Mal lud der Freizeitpark in Hönnepel am Wochenende zum "Boeren-Treck-Spektakel" ein. Ein Paradies für jeden, dem kreischende Motoren und rauchende Auspuffe das Herz höher schlagen lassen.

Nach dem Erfolg im Vorjahr verwandelte sich das Außengelände des Wunderland Kalkar am Wochenende zum zweiten Mal in eine PS-starke Mischung aus Motorgeheul, Benzingeruch und durchdrehenden Reifen. Mehrere tausend Besucher zog es zur zweiten Auflage des "Boeren-Treck-Spektakels". Auf zwei Rennstrecken ganz unterschiedlicher Art prügelten Fahrzeugbesitzer aus dem In- und Ausland ihre Autos und Trecker bis zur technischen Schmerzgrenze.

Herzstück des Freiluftspektakels war auch in diesem Jahr wieder die hundert Meter lange Strecke, auf dem das sogenannte "Trecker-Treck" stattfand. In verschiedenen Trecker-Gewichtsklassen traten die Fahrer mit ihren Zugmaschinen gegeneinander an, mit dem Ziel, einen Gewichtwagen möglichst weit, am besten also die vollen hundert Meter bis ins Ziel zu schleppen und den sogenannten "Full Pull" zu erreichen. Der Haken an der Sache: Je weiter der Trecker den Bremswagen zieht, desto mehr verlagert sich das Gewicht auf dem Wagen nach vorne - und desto mehr hat der Trecker zu schleppen. Und so sahen die Zuschauer nicht wenige Zugmaschinen, denen auf der Erdbahn vor Erreichen der 100-Meter-Marke die Luft ausging.

  • Kalkar : Boeren-Treck-Spektakel am Wunderland
  • Geldern : Boeren-Treck-Spektakel am Wunderland
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So musste ein niederländischer Teilnehmer nach gut 75 Metern aufgeben, weil sein Gefährt den Dienst versagte - begleitet von ohrenbetäubendem Motorgebrüll und einer dunklen Abgaswolke. Immerhin: Gut zehn Meter hatte sich der Niederländer - besser gesagt dessen Trecker - noch vorwärts gekämpft, nachdem die Vorderräder der Landmaschine schon die Bodenhaftung verloren und die riesigen Hinterräder sich tief in die Erde gegraben hatten.

Nichts für Zartbesaitete spielte sich auch auf der anderen Seite des Veranstaltungsgeländes ab: Dort jagten die Fahrerinnen und Fahrer mit Pkw aller Art beim "Rommelcross" über eine Erdpiste. Zwar hatte der Wettbewerb durchaus einen kreativen Aspekt - den Besitzern werden bei der äußeren Gestaltung ihrer Wagen keine Grenzen gesetzt - im Vordergrund stand aber auch hier das Peitschen des Gaspedals. Auf Zeit jagten die "Rommel"-Wagen über die Crosspiste, übersprangen bisweilen gar einen Erdhügel und gaben sich beste Mühe, die Kurven möglichst scharf zu nehmen, um auch möglichst alle am Rand stehenden Zuschauer mit aufgewirbelten Erdbrocken einzudecken. Nicht alle "Rommel"- Schleudern erreichten freilich das Ziel, denn die Fahrer hatten meistens wenig Bedenken, ihre Kontrahenten von der Ideallinie abzudrängen. Und als wäre das nicht waghalsig genug, fuhr einer der Teilnehmer gleich noch zwei Teamkameraden während des Rennens spazieren: in einer auf dem VW Käfer montierten Badewanne. Auch abseits der beiden Hauptpisten war beim "Boeren-Treck-Spektakel" wieder einiges los: Unversperrte Sicht auf die Strecken hatten alle mutigen Besucher, die sich spontan für einen Bungee-Sprung entschieden (wenn auch nur bis zum Sprung). Ferngesteuerte Autos, Verkaufsstände und laute (Live-)Musik rundeten das Geschehen am PS-Wunderland Kalkar ab.

(RP)