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Montessorischule Klever: Politik schreibt Bandbrief an Schuldirektorin

An Schulamtsdirektorin : Streit um Montessorischule – Klever Politik schreibt Brandbrief

CDU, SPD, Grüne und FDP fordern von Schulamtsdirektorin Angelika Platzen Unterstützung für die Montessori-Pädagogik. Rektorin der Klever Schule unterstützt die besondere Pädagogik offenbar nur wenig.

Auch Wochen nach der überraschenden Abschaffung des jahrgangsübergreifenden Unterrichts an der Klever Montessorischule haben sich die Wogen noch immer nicht geglättet. Nahezu der komplette Stadtrat hat nun einen Brandbrief an Schulamtsdirektorin Angelika Platzen geschrieben. Die Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP machen fordern von Platzen, sich aktiv für die Unterstützung der Montessori-Pädagogik einzusetzen.

Der Hintergrund: Die kürzlich fertiggestellte Montessorischule in Kleve ist ins neue Schuljahr gestartet – ohne ab jetzt einen der zentralen Grundsätze der Montessori-Pädagogik weiter zu verfolgen: den jahrgangs-übergreifenden Unterricht. Die entsprechende Entscheidung der Schulkonferenz hatte Schulleiterin Betül Durmaz den Eltern einige Wochen vor Beginn den Sommerferien mitgeteilt. Viele Eltern sind damit nicht einverstanden, die Politik zeigte sich ebenfalls irritiert, weil sie ihr Einverständnis gegeben hatte, dass 6,5 Millionen Euro in den zu diesem Schuljahr fertig gestellten Um- und Ausbau der Spyckschule fließen, damit dort nach der Montessori-Pädagogik unterrichtet werden kann.

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Daraufhin wurde Schulleiterin Durmaz Ende August in den Schulausschuss eingeladen, um dort ihr pädagogisches Konzept für die Schule zu erläutern. „Im Laufe der Präsentation wurden wir mit widersprüchlichen Aussagen der Schulleitung konfrontiert, die uns als Stadtpolitiker leider jedoch viel mehr entsetzt als überzeugt haben“, heißt es in dem Brief, der unserer Redaktion vorliegt. Die Fraktionen gehen davon aus, so heißt es weiter, dass weder die Schulkonferenz noch die Schulleitung „beschließen können, den Montessori-Charakter der Schule aufzuheben“. Es sei „nicht akzeptabel, ohne jedes Hilfeersuchen die Jahrgangsmischung aufzugeben“.

Die Fraktionen hätten den Eindruck, dass die Montessori-Pädagogik von der derzeitigen Schulleitung weder gewünscht noch unterstützt wird. Deswegen bedürfe es einer „Schulrätin, die die Montessori-Pädagogik tatsächlich unterstützt. Und genau das erwarten wir von Ihnen“, heißt es in dem an Platzen adressierten Brief. Platzen kündigte unserer Redaktion gegenüber an, zu einem späteren Zeitpunkt Stellung beziehen zu wollen.