Montessori-Schule ist seit einem Jahr am KAG in Kellen angedockt

Kleve : Die gute Nachbarschaft von Kellen

Die Montessori-Schule ist seit einem Jahr angedockt an das Konrad-Adenauer-Gymnasium. Die Bilanz der Schulleitungen fällt ausgesprochen positiv aus. Montessori-Neubau an der Spyckstraße ist 2020 fertig.

Die Montessorischule an der Spyckstraße in Kleve ist seit gut einem Jahr eine riesige Baustelle. Deshalb mussten die 120 Mädchen und Jungen nebst Lehrerkollegium im vergangenen Jahr nach Kellen umziehen, wo im Schulzentrum die ehemalige Hauptschule verwaist ist. Dort war genügend Platz für die Schüler vom ersten bis zum vierten Schuljahr, ehe sie weiterführende Schulen besuchen. Die direkten Nachbarn sind seitdem gut 700 Pennäler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums (KAG).

„Wir waren vorher schon sehr kritisch“, erzählt Alexandra Ziegler, seit fünf Jahren Montessori-Schulleiterin, „weil der Weg von der Spyckstraße nach Kellen schon sehr weit ist“. Ziegler erinnert sich noch sehr genau an den Umzug: „Das war eine Herausforderung. Wir haben die ganze Schule leer geräumt. Mit der Unterstützung vieler Eltern und der Unterstützung der Stadt Kleve waren wir eine Woche beschäftigt.“

Gemeinsam mit dem Gymnasium wurde dann überlegt, wie man die Pausen versetzen kann. „Wir fangen erst um 8.15 Uhr an und sind damit eine Viertelstunde später als das KAG. Belegt haben wir den 1. Stock, wo früher die Hauptschule war. Da wir gemeinsam in einem Flur sind, ist das Wir-Gefühl gestärkt“, sagt Alexandra Ziegler und freut sich, dass auch alle Räume vom KAG benutzt werden können. „Wir sind dort vom Kollegium sehr toll aufgenommen und zu Beginn des letztjährigen Schuljahres gleich zum Grillen eingeladen worden.“

Was sicher nicht selbstverständlich ist, wie die Montessori-Schulleiterin betont: „Wir sind mit dem Gymnasium auf Augenhöhe. Es gibt viele Hilfsangebote. Bei der Fahrradprüfung haben uns die KAG-Schüler geholfen, vor der Europawahl waren Schüler vom 9. Schuljahr bei einer Doppelstunde Politik bei uns. Das Experiment hat funktioniert.“

Im Lehrerzimmer gibt es ein nettes Miteinander, „auch beim Abisturm ist sehr viel Rücksicht genommen worden“.  Für das neue Schuljahr ist angedacht, dass KAG-Pennäler als Lesepaten in die Montessori-Klassen kommen und dort auch mit Montessori-Materialen arbeiten. Besonders imponiert hat Ziegler die Hilfsbereitschaft, zum Beispiel im Sportunterricht: „Ein Kind hat sich in der Turnhalle verletzt. Da sich unser Lehrer darum kümmern musste, kam ein KAG-Sportler spontan zur Hilfe und beaufsichtigte unsere Schüler.“

Corinna Dickmann, stellvertretende Direktorin des Konrad-Adenauer-Gymnasiums, ist ebenfalls begeistert: „Die Kooperation läuft super. Neben den zahlreichen gemeinsamen Projekten im Montessori- und musischen Bereich gibt es eine sehr gute, vertrauenvolle Zusammenarbeit. Die Kolleginnen und Kollegen tauschen sich aus. Die Abstimmung bei Veranstaltungen der Schulen klappt hervorragend.“

Nach zwei Jahren in Kellen am Köstersweg soll der Neubau an der Spyckstraße im Jahr 2020 fertig sein. „Dann werden wir dort eine große Montessorischule sein, weil bis dahin auch die Zweigstelle Griethausen mit 60 Schülern dazu kommt. Das wird wunderbar“, freut sich die 47-jährige Schulleiterin auf die Zukunft.

Mehr von RP ONLINE