Bedburg-Hau Mobbing in der Schule bekämpfen

Bedburg-Hau · Jeder sechste Schüler, schätzt Dr. Ursula Kirsch, sei im Durchschnitt aller Schulstufen und Schularten von Mobbing betroffen.

Kirsch ist Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der LVR-Klinik Bedburg-Hau. Zusammen mit ihren Mitarbeitern hat sie eine Informationsveranstaltung zum Thema "Mobbing in der Schule" organisiert, die am Mittwoch, 29. Januar, im Gesellschaftshaus in Bedburg-Hau stattfindet.

Die Wahl des Themas hat gute Gründe: "Unser Anliegen für die Veranstaltung begründet sich darin, dass ganz viele Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen Mobbing in der Schule als einen Faktor angeben", sagt die Chefärztin. "80 Prozent geben Mobbing als Belastung an, Schüler an Gymnasien stehen dabei an erster Stelle", so Kirsch. Eingeladen sind für den 29. Januar nicht nur Ärzte, Lehrer und Erzieher, sondern jeder, der sich für das Thema interessiert. Vor allem Eltern, betont Kirsch, seien willkommen. "Wir wollen einen offenen, lebensnahen Austausch ermöglichen, keine ausschließlich wissenschaftliche Diskussion", so die Chefärztin.

Die Veranstaltung beginnt um 13 Uhr und wird um 13.20 Uhr von Kirsch mit einem Grußwort eröffnet. Von 13.30 bis 14 Uhr steht ein Vortrag von Dr. Andreas Dutschmann auf dem Programm, der Psychotherapeut und wissenschaftliche Leiter der Konfliktlösungsakademie Rhein-Waal, spricht über Motive, gruppendynamische Prozesse und Mobber-Typen. Von 14 bis 14.30 Uhr informiert Detlef Beck, Mediator und Konfliktberater, über den Umgang mit Mobbing an Schulen, außerdem wird er den "No Blame"-Ansatz vorstellen, der auf Bestrafung und Schuldzuweisung im Mobbing-Bereich verzichtet und vielmehr bei den Mobbing-Tätern nach Gründen sucht.

Die LVR-Klinik konnte bereits zahlreiche Anmeldungen für die Veranstaltung im Gesellschaftshaus entgegennehmen. Freie Plätze gibt es aber noch: "Es wäre schön, wenn sich noch mehr Leute aus der Bevölkerung anmelden würden, die sich für das Thema interessieren", sagt Kirsch . Anmeldungen sind noch bis zum 21. Januar möglich unter Telefon 02821 81-3404 oder per E-Mail an Ulrike.vanAlst@lvr.de. Zwischen den Programmpunkten bietet sich Gelegenheit zum Austausch.

(RP)