Niederrhein: Mitgliederansturm beim Sozialverband VdK

Niederrhein: Mitgliederansturm beim Sozialverband VdK

Die Zahl der Rechtsberatungen am Niederrhein steigt ständig. Ein Ende des Trends ist nicht abzusehen.

Wenn am kommenden Samstag in Haldern der kleine Verbandstag des VdK Niederrhein mit 130 Delegierten stattfindet, wird nicht nur der langjährige Geschäftsführer Robert Walter verabschiedet. Auch können seine Nachfolgerin Svenja Beuster und Horst Vöge, VdK-Landesvorsitzender und am Niederrhein zuständig für die Abteilung Ehrenamt, Zahlen präsentieren, die einen langjährigen Trend widerspiegeln: Immer mehr Menschen nehmen die Rechtsberatung des Sozialverbandes in Anspruch.

Derzeit hat der VdK Niederrhein, zu dem die Kreise Wesel und Kleve sowie die Stadt Duisburg gehören, rund 26.300 Mitglieder. "Vor zehn Jahren waren es gerade mal 15.400", weiß Vöge, für den klar ist: "Wir sind ein sozialpolitischer Seismograph."

Allein von Januar bis Anfang April 2018 konnte der VdK mit seinen 55 Ortsverbänden 1000 Neuaufnahmen verzeichnen. Ein Ende des Trends ist nicht absehbar. Wohl auch, weil die Probleme immer drängender und die Rechtslage immer komplizierter werde, wie Vöge sagt. Momentan hat der VdK Niederrhein 1882 laufende Akten auf den Schreibtischen. Sechs hauptamtliche Juristen und zwei ehrenamtliche Sozialbetreuer kümmern sich um die Anliegen der Mitglieder. Unterstützung gibt es zudem von rund 600 weiteren ehrenamtlichen Mitgliedern. "Wir bieten jeden Tag in der Woche mindestens eine Rechtsberatung an. Vom Antragsverfahren über den Widerspruch bis zum Klageverfahren und einer möglichen Berufung haben unsere Mitglieder einen festen Ansprechpartner", sagt Svenja Beuster, die selbst seit zehn Jahren für den VdK als Rechtsberaterin tätig ist.

Das Gros der Anliegen mache die Erwerbsminderungsrente aus, aber auch Widerspruchs- und Klageverfahren bei Rehamaßnahmen sowie das Thema "Schwerbehindertenrecht" beschäftigt die VdK-Juristen, deren Erfolgsquote bei etwa 50 Prozent liege. Von Januar bis April konnten Nachzahlungen in Höhe von mehr als 309.000 Euro erstritten werden. Die gehen allerdings nicht nur an die Mitglieder, sondern auch an Behörden wie die Agentur für Arbeit, kommunale Leistungsträger oder die Krankenkassen.

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Auch wenn derzeit das durchschnittliche VdK-Mitglied 61,77 Jahre alt ist, sinkt der Altersdurschnitt beim Sozialverband: "Vor allem vom 45. bis zum 51. Lebensjahr können wir im Moment einen regelrechten Ansturm verzeichnen", sagt Vöge. Ein Grund: Die Zahl der psychischen Erkrankungen nimmt zu.

Der Landesvorsitzende sieht für den Kreis Kleve in den nächsten Jahren den demographischen Wandel sowie bezahlbaren Wohnraum als größte Herausforderung. Auch die Themen "Mobilität, Gesundheit und Pflege" gewännen immer mehr an Bedeutung.

Im Kreis Kleve hat der VdK 15 Verbände mit 7148 Mitgliedern. Beratungen vor Ort gibt es in Kevelaer, Kerken, Kleve, Rees und Emmerich.

(RP)
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