Kranenburg: Mit der Bahn nach Nimwegen

Kranenburg : Mit der Bahn nach Nimwegen

SPD und PvdA stellten ein gemeinsames Positionspapier zur Wiederöffnung der Bahnstrecke von Kleve nach Nimwegen vor. Das Konzept könnte in fünf Jahren realisiert werden. Die Kosten sollen 30 Millionen Euro betragen.

Mehr als 20 Jahre ist es mittlerweile her, dass der letzte Zug von Kleve über Kranenburg nach Nimwegen gefahren ist. Eventuell werden die Schienen jedoch bald wieder genutzt, denn seit geraumer Zeit arbeiten die Sozialdemokraten in Kleve und Kranenburg zusammen mit der PvdA Nimwegen und Groesbeek (Partij van de Arbeid) an einem Entwurf zur Wiedereröffnung der Bahnlinie. Das Ergebnis stellten die Parteien in einem gemeinsamen Positionspapier vor.

Geplant haben die Sozialdemokraten die schrittweise Wiedereröffnung der Bahnstrecke in einem Zeitraum von fünf Jahren. Zunächst soll nur der Abschnitt von Kleve nach Heyendaal reaktiviert werden. In einem zweiten Schritt soll dann die Strecke bis in das Stadtzentrum von Nimwegen verlängert werden, heißt es in dem Positionspapier.

Nötig sei eine Bahnverbindung vor allem wegen der "ökonomischen Aspekte", so Jürgen Franken, SPD-Fraktionschef im Kranenburger Rat, der sich auf die 2011 veröffentlichte Sintropher-Studie bezieht: "Die Studie hat gezeigt, dass der Bedarf besteht. Wir rechnen täglich mit 2000 bis 2500 Reisenden pro Richtung."

Die Kosten für die Wiedereröffnung der Schienenverbindung sollen sich laut der SPD-Sprecher auf 30 Millionen Euro belaufen. In der Sintropher-Studie zur Untersuchung der Machbarkeit einer solchen Anbindung wurden noch Kosten in Höhe von 60 Millionen Euro genannt. Die Halbierung der nötigen Investitionen sei durch eine Reaktivierung der Strecke unter den Richtlinien der Betriebsordnung Straßenbahn (BoStrab) möglich, so Franken. Der Wiederaufbau der Klever Rampenbrücke, die 2003 dem Erdboden gleichgemacht wurde und zu deren Wiederaufbau die Stadt sich im Falle einer Reaktivierung verpflichtete, würde dadurch entfallen. Die Inbetriebnahme unter den Richtlinien der BoStrab würde außerdem den Verzicht auf die kreuzungsfreie Querung der Wiesenstraße in Kleve ermöglichen.

Haltestellen soll es auf deutscher Seite in Nütterden und Donsbrüggen geben. Der Betrieb der Buslinie 58 soll im Falle einer Wiedereröffnung komplett eingestellt werden, so Franken, dadurch freiwerdende finanzielle Mittel sollen wiederum in den Betrieb der Schienenverbindung investiert werden. Widerstand kam bisher vor allem von den Anwohnern in Groesbeek, die insbesondere Angst vor Lärm hatten. Denen käme man mit dem neuen Konzept ein weiteres Stück entgegen, denn der Entwurf sieht vor, dass nichts Schwereres als ein Leichttriebwagen durch die Gemeinde fährt. Darüber hinaus könne eine Reaktivierung dazu beitragen, die angespannte Verkehrssituation im Groesbeeker Zentrum zu entlasten, so Franken.

Für einen erfolgreichen Betrieb nach der BoStrab gebe es viele Beispiele, so Franken, in Kassel undZwickau beispielsweise verfahre man schon länger so.

(miv)