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Kalkar: Missverständnisse sind ausgeräumt

Kalkar : Missverständnisse sind ausgeräumt

Bürgerversammlung mit 100 Griethern über das von KB Wohnbau aus Goch geplante Projekt an der Promenade. Lob für die Stadtverwaltung Kalkar. Hochschule Rhein-Waal wird sich in einem Förderprojekt mit Grieth beschäftigen.

Offenheit – sie prägte die Bürgerversammlung in Grieth am Donnerstagabend. Vertreter der Stadt Kalkar, Investor und Griether Bürger widmeten sich einen Abend lang ihrem aktuellen "Aufreger", dem geplanten zwölf Meter hohen Haus mit Rheinblick (RP berichtete mehrfach).

Die KB Wohnbau GmbH aus Goch plant die Umsetzung dieses Projektes an der Griether Promenade – dreigeschossig, modern, mit Barriere-freien Eigentumswohnungen. Das, was an diesem Vorhaben deutlich geworden ist: Die Griether befürchten, dass durch nachfolgende ähnliche Bauvorhaben ihr historischer Ortskern verloren geht, dabei die freie Sicht für einige Bewohner auf der Kippe stehen könnte.

Und so stand die große Frage im Raum: Wie viel Modernes verträgt Grieth eigentlich, ohne sein historisches Gesicht zu verlieren? Das Interesse war groß – rund 100 Griether füllten die Bürgerhalle, in der Bürgermeister Gerhard Fonck und Stadtoberbaurat Frank Sundermann die Pläne vorstellten.

Das Fazit: Der Abend war ein Erfolg. Er räumte Missverständnisse aus dem Weg, ließ den Investor zu Wort kommen, und fasste die Ängste der Griether in Worte. "Wäre das alles früher so kommuniziert worden, hätten wir uns viel Ärger ersparen können", sagte Birgit Mosler, engagierte Grietherin, im Nachgang. Und: "Ein dickes Lob gilt der Stadtverwaltung, die diese sachliche Diskussion optimal vorbereitet hat."

Mit einer ausführlichen Präsentation stellte Frank Sundermann das geplante Mehrfamilienhaus im Rahmen der freiwillig initiierten Bürgerversammlung vor. Die Bedenken der Bürger wurden offen geäußert, reichten von "einer Zumutung für Grieth" bis hin zum Wunsch nach einer Gestaltungssatzung.

Jürgen de Mür, Geschäftsführer der KB Wohnbau GmbH aus Goch, erläuterte, dass er ein modernes Gebäude, "das im Trend liegt", bauen möchte, bei den Materialien jedoch darauf achten werde, dass sie nicht zu abstrakt sind.

"Auch wir haben uns in Grieth umgesehen und geschaut, was das Ortsbild prägt", sagte er. Vor dem Untergang dessen haben die Bürgerinnen und Bürger nämlich Angst – schließlich werde mit historischer Idylle geworben. Was diese Gedanken nun zu einer politischen Entscheidung beitragen, ist noch offen.

Die Hochschule Rhein-Waal widmet sich in einem neuen Förderprojekt der Entwicklung in Grieth. Themen wie neue Formen der Mobilität und vieles mehr stehen dabei demnächst im Fokus. Mit im Boot ist dabei der Förderverein der Hansestadt Grieth.

(RP)