Kleve: Minoritenplatz: Der Vergleich

Kleve : Minoritenplatz: Der Vergleich

Heftig diskutiert wird in Kleve die Bebauung des Minoritenplatzes – bis Ende November hat der einzige Bewerber Sontowki & Partner Zeit, die Geschäfte für seinen Entwurf vorzustellen. Dann warf der Klever Investor Bernd Zevens einen ganz neuen Plan in den Ring. Ein Vergleich.

Heftig diskutiert wird in Kleve die Bebauung des Minoritenplatzes — bis Ende November hat der einzige Bewerber Sontowki & Partner Zeit, die Geschäfte für seinen Entwurf vorzustellen. Dann warf der Klever Investor Bernd Zevens einen ganz neuen Plan in den Ring. Ein Vergleich.

Der Klever Investor Bernd Zevens (Zevens-Grundbesitz) hat in Sachen Minoritenplatz-Bebauung seinen Hut in den Ring geworfen und die Kalkarer Ader Kleemann Architekten (AK) eine Alternative zum Planentwurf der Düsseldorfer Rhode Kellermann Warowsky Architekten (KRW) des Erlangener Investors Sontowski & Partner zeichnen lassen. Aber ist der AK-Entwurf, der das Rathaus auf den Minoritenplatz holt, eine Alternative? Ist der AK-Entwurf kleinteiliger? Wieviel von der Straßen- und Gassenführung des "Rathausviertels" der Variante C ist noch im Entwurf enthalten? Ein Vergleich.

Der Städtebau: Die von den meisten Bürgern, die sich am Unterstadtverfahren beteiligt haben, gewählte Variante C gibt eine vieleckige Blockbebauung vor, führt die Wege auf Plätze, knickt die Gebäudekanten an. Legt man die die Straßenführung vorgebenden Erdgeschoss-Grundrisse von Sontowski und Zevens nebeneinander, halten sich beide Entwürfe an die im Verfahren vorgegebenen Gebäudelinien. Städtebaulich ungelöst im Zevens-Entwurf bleibt der Umgang mit dem ehemaligen Rathaus.

Das Gebäude: Der Sontowski-Bau hat zwei Geschosse (Erdgeschoss und Obergeschoss) und ein ausgebautes Dachgeschoss zur Stadt hin. Der Zevens-Bau hat drei Geschosse plus ein laut Plan nicht ausgebautes Dach. Im Erdgeschoss bietet sich bei beiden Entwürfen eine komplett überbaute Fläche. Sontowski überbaut das zweite Geschoss komplett und setzt darauf zur Stadt hin ein schmales Dach. Zevens setzt auf sein Untergeschoss die Rathausverwaltung, die sich wie ein Band übers Erdgeschoss schlängelt. So ist die Fassade in den Obergeschossen zur Stadt und zur Hafenstraße je einmal unterbrochen.

Die Rückwand: Beide Entwürfe haben ihre Geschäftsflächen zur Stadt ausgerichtet und bieten im überhöhten Erdgeschoss lediglich eine "Rückwand". Sowohl bei Sontowski als auch bei Zevens ist diese Wand fast durchgängig geschlossen. Sontowski versucht, mit einem "Sommercafé" die über 100 Meter lange Wand zu kaschieren. Auch Zevens' Rückwand ist nicht offener — sie wird lediglich durch den Eingang ins Rathaus unterbrochen, der etwa die Größe des Sommercafés hat. Laut Plan befinden sich an den Ecken des Zevens-Baus (wie bei Sontwoksi) die Anlieferungen. Immerhin schauen bei Zevens in den Obergeschossen die Fenster der Verwaltung Richtung Straße, mittendrin als zweigeschossiges Quadrat ein mit Buntstift-Linien wie die Münchner Sammlung Brandhorst verkleideter Ratssaal-Kubus. Beide bieten bis jetzt keine Wohnbebauung (Stadthäuser entlang der Hafenstraße, die ihren "Garten" auf dem Dach des Kaufhauses haben, sind bei Zevens nicht möglich).

Die Geschäfte: Der Zevens-Bau bietet zwei große Geschäftsflächen im Erdgeschoss, die durch den Aufgang zum Rathaus voneinander getrennt sind. Sontowski bietet auf gleicher Fläche im Erdgeschoss Raum für insgesamt sieben Geschäfte und ein Eck-Café. Drei Geschäfte dieser sieben Läden haben zusätzlich große Flächen im ersten Obergeschoss.

Die Fassaden: Wie die modernen großen Fenster bei Sontowski oder die konservativeren kleinen Fenster bei Zevens zu bewerten sind, bleibt Geschmacksache. Sontowski hat mehr Geschäfte und über die komplette Strecke zur Stadt hin Schaufenster. Der Zevens-Entwurf bietet zur Stadt hin deutlich weniger Schaufensterfläche: Fast die Hälfte der Strecke in der Mitte des Baus ist geschlossen oder bilder den Rathaus-Eingang.

(RP/ac)
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