Regenbogen-Fahnen in der Innenstadt Mini-Christopher Street Day zieht durch Kleve

Kleve · Unter dem Motto „Glitter up!“ und mit einigen Regenbogenflaggen ausgerüstet hielten am Samstag die Teilnehmer Reden am Koekkoek-Platz und zogen mit Musik und Seifenblasen durch die Innenstadt.

 Die bunte Gruppe unterwegs in der Unterstadt.

Die bunte Gruppe unterwegs in der Unterstadt.

Foto: Evers, Gottfried (eve)

In fast 70 Ländern der Welt ist Homosexualität heute noch strafbar. In sieben Ländern steht auf Homosexualität die Todesstrafe. Dagegen protestierten die Besucher des Mini-Christopher Street Day (CSD) am Samstag in Kleve. Unter dem Motto „Glitter up!“ und mit einigen Regenbogenflaggen ausgerüstet hielten sie Reden am Koekkoek-Platz und zogen mit Musik und Seifenblasen durch die Innenstadt.

In den Kundgebungen erklärten die Redner, warum der Christopher Street Day für sie wichtig sei. „CSDs, egal wie groß, schaffen Sichtbarkeit, Akzeptanz und bauen Vorurteile ab. Sie sind wichtig für das Demokratieverständnis in unserer Gesellschaft. Und sie sind vor allem wichtig für junge LSBTI: um Gleichgesinnte zu treffen, um sich selbst zu akzeptieren, um man selbst sein zu können“, sagt René Kaiser. Er arbeitet im Verein SVLS, zu dem auch der Klever Treffpunkt „together“ gehört, und berät Personen, die durch ihre Sexualität mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. „Damit jeder versteht, was Vielfalt, was Toleranz ist, deswegen sind wir hier“, sagt Jugendarbeiterin Vera van Oyen. Mit dem Spruch „We are here, loud and queer!“ zogen die knapp 50 Personen, darunter viele Jugendliche, durch die Fußgängerzone. Trotz einiger skeptischer Blicke reagierten Passanten meist positiv, nahmen die Regenbogenfähnchen an, hupten oder jubelten dem bunten Zug zu.

Auch vom Kreis Kleve erfuhr der CSD Unterstützung – dieses und nächstes Jahr wird das „together“ jeweils mit 30.000 Euro unterstützt. Außerdem war die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Kleve, Yvonne Tertilte-Rübo, angereist. Sie erzählte, wie der Christopher Street Day entstand: 1969 kam es in der New Yorker Szene-Bar Stonewall Inn in der Christopher Street zu einem Aufstand sexueller Minderheiten gegen willkürliche Polizeigewalt. Daraus wurde später der Christopher Street Day. 1979 fanden in den ersten Großstädten Deutschlands CSD-Veranstaltungen statt. Tertilte-Rübo drückte ihren Stolz über die Teilnehmer aus. Sie freue sich, mit ihnen durch die Stadt laufen zu können.

Das Jugendzentrum „together“ ist für viele junge Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle oder Intersexuelle ein zweites Zuhause. Bei den Treffs in Kleve, Krefeld, Dinslaken, Gelsenkirchen, Mülheim an der Ruhr und Essen können sie sich austauschen oder beraten lassen. Weitere Informationen unter: www.svls.de

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