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Bedburg-Hau: mini-Art bringt verliebten Prinzen auf die Bühne

Bedburg-Hau : mini-Art bringt verliebten Prinzen auf die Bühne

Das Märchen des belgischen Schriftstellers Ron Langenus sorgte bei der Premiere für ein volles Haus in Bedburg-Hau.

Weit weg von hier - und dabei ist ganz egal, wo dieses "hier" ist -, liegt das Land Lommelije. Umringt von hohen Bergen, die so hoch sind, dass nicht einmal Vögel darüber fliegen können. Bevölkert von wundersamen Wesen wie der uralten Eiche Falkenrinde oder der Hexe Annabelle. Und mit einem Prinzen, der in ein Alter gekommen ist, die Prinzessin fürs Leben zu finden - meint zumindest das elterliche Königspaar. Die Welt von Lommelije entstammt der Feder des belgischen Märchenschreibers Ron Langenus, das Theater mini-art bringt es in Bedburg-Hau auf die Bühne. Bei der Premiere des Stücks am Wochenende zeigt sich: Dafür braucht es Geschick und eine große Portion Kreativität - schließlich malt Langenus das Stück in bunten Farben aus.

Um dem zu begegnen, hat sich Regisseur Rinus Knobel zusammen mit den beiden Schauspielern Sjef van der Linden und Crischa Ohler für ein ganz und gar ungewöhnliches Bühnenbild entschieden. Ein Bühnenbild, das sich - geprägt von den großen Bergen Lommelijes - im Verlauf des Stücks im Grunde nie ändert. Und doch jederzeit variabel ist: Durch Projektionen an der Rückwand der Bühne, kleine Papp-Aufsteller und Requisiten, die vom einen Teil des Königreichs in den nächsten entführen. So fliegen auf der Reise des Prinzen die Städte an der Leinwand vorbei, öffnet sich im Haus der Hexe Annabelle eine Kiste und verwandelt sich in einen großen magischen Teich.

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Vorangetrieben wird das Märchen von den beiden Schauspielern auf der Bühne, die zuweilen aus der dritten Person berichten, dann wieder mit einem Handwisch in die Rollen des Königspaars, der Hexe oder des Prinzen schlüpfen. Die Königin mit ihrem betonten Akzent, der Prinz mit seiner anerzogenen Borniertheit. Und sogar Handpuppen nutzen die Schauspieler zur Verkörperung der fabelheften Wesen. Dabei verliert das Stück während seiner knapp einstündigen Laufzeit nie die stimmige Gesamtoptik - und schon gar nicht den dicht gesponnenen Geschichtsfaden.

Das Theater mini-art hat sich mit seiner Art zu spielen einen gewissen Ruf erworben. Den gut besuchten Premieren-Vorstellungen eilte dieser Ruf sicher voraus. Aber die detailverliebte Darstellung im aktuellen Stück dürfte ihn weiter ausbauen. Es geht um die Liebe, die man manchmal an den ungewöhnlichsten Orten findet und gegen alle Widerstände durchsetzen muss. Es geht um das Große im Kleinen und dass ein Fisch manchmal mehr entdecken kann, als ein Königssohn.

Das Publikum honorierte die Darbietung mit lang anhaltendem Applaus. Mit der Routine, die sich das Ensemble in den kommenden Aufführungen einspielt, wird sich "Vom Prinzen, der auszog die Liebe zu finden" sicher dauerhaft ins Herz der Besucher spielen können.

(lukra)