1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Menschen im Kreis Kleve bekommen zu wenig Impfangebote

Impfdosen gegen Corona : Ältere Menschen aus Kreis Kleve werden bei Impfung benachteiligt

Für 27.000 Menschen zwischen 70 und 79 Jahren stehen kommende Woche 4800 Impfdosen zur Verfügung. Bald soll es mehr von dem Vakzin geben, damit die Älteren schneller durchgeimpft sind.

Menschen im Alter zwischen 70 und 79 Jahren müssen sich gedulden, bis sie ihre Corona-Schutzimpfung erhalten. Darauf weist der Kreis Kleve hin. Grund dafür: Es steht schlichtweg nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung, um alle Impfberechtigten direkt immunisieren zu können.

Was für die Kreis Klever Bevölkerung hinzu kommt, ist ist eine strukturelle Benachteiligung bei der Verteilung des Impfstoffs. So verteilt das Landes-Gesundheitsministerium (MAGS) den Impfstoff nicht nach der Anzahl der impfberechtigten Personen, sondern nach der allgemeinen Bevölkerungsanzahl. Landkreise mit vielen Personen im Alter über 70 Jahre haben somit von Anfang an einen strukturellen Nachteil bei der Impfstoffzuweisung – beispielsweise gegenüber Studentenstädten – mit vielen jüngeren Einwohnern.

Das MAGS teilt den Impfstoff den Kommunen zu und entscheidet, welche Personengruppen wann ein Impfangebot erhalten. Bei den über 70-Jährigen geschieht dies jahrgangsweise. „Das Land NRW hat in kurzen Abständen so schnell nacheinander die einzelnen Jahrgänge für die Impfungen zugelassen, dass die zur Verfügung stehende Impfstoffmenge bei weitem nicht ausreicht, um allen direkt einen Impftermin anbieten zu können“, erklärt Silke Gorißen, Landrätin des Kreises Kleve. Wichtig ist: „Wir bestellen allen Impfstoff, der uns zur Verfügung gestellt wird. Wir verimpfen alle Bestände. Und wir stehen in einem ständigen Dialog mit dem Land, um weiteren Impfstoff zu erhalten und die Kapazitäten der Impfzentren besser auslasten zu können.“

Seit dem 26. März hat das MAGS NRW in schneller Reihenfolge die einzelnen Jahrgänge zur Impfung zugelassen. Die impfberechtigten Menschen haben einen Ministerbrief und ein entsprechendes Begleitschreiben erhalten. Zudem sind auch die Ehepartner und Lebensgefährten – unabhängig vom Alter – impfberechtigt. Im Kreis Kleve leben über 27.000 Menschen im Alter zwischen 70 und 79 Jahren.

Dem Kreis Kleve stehen für die kommende Woche knapp 4800 Impfdosen für die Erstimpfung der Altersgruppen über 70 Jahre zur Verfügung. Ab der Folgewoche (ab 3. Mai) weist das MAGS NRW dem Kreis Kleve dann lediglich noch 2000 Erstimpfdosen für die Altersgruppen zu.

„Jeder, der ein Schreiben erhält, dass er ab sofort impfberechtigt ist, erwartet verständlicherweise, unmittelbar einen Termin vereinbaren zu können. Ernüchternd ist: Mit den aktuellen Impfstoffzusagen wird es noch einige Wochen dauern, bis jeder der 70- bis 79-Jährigen seine Erstimpfung erhalten haben wird“, so Baetzen. „Das Land hat aber für das zweite Quartal deutlich höhere Impfstoff-Lieferungen zugesagt.“

Zuständig für die Koordination der Impftermine der Altersgruppen ist die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO). Soweit kurzfristig Impfstoff zur Verfügung steht, werden auch zeitnah weitere Termine freigeschaltet.

Impfberechtigte erhalten ihren Termin ausschließlich bei der KVNO online www.116117.de oder telefonisch täglich von 8 bis 22 Uhr unter der kostenlosen Tel. 0800 11611701.

(RP)