Knappes Rennen im Finale „Mein Lokal, Dein Lokal“ am Niederrhein - das sind die Sieger

Bedburg-Hau-Till · Die Niederrhein-Woche der Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal“ ist Freitagabend zu Ende gegangen. Das Rennen um den Sieg verlief denkbar knapp. Am Ende gab es zwei Sieger - und Trubel auf Facebook.

Freuen sich über den Sieg: Anette Opgenoorth, Thorben Schröder und ihr Team vom Landgasthof.

Freuen sich über den Sieg: Anette Opgenoorth, Thorben Schröder und ihr Team vom Landgasthof.

Foto: Landgasthof Westrich

Im Juni ist die Produktionsfirma Good Times zu Gast in der Region gewesen, um in fünf Restaurants die Niederrhein-Edition der Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal“ für Kabel Eins zu drehen. Montag bis Freitag wurde die Sendung ausgestrahlt. Die Freitagssendung, bei der auch der Sieger gekürt wurde, spielte auf dem Landgasthof Westrich in Till.

Mike Süsser, Fernsehkoch und Gesicht der Sendung, zieht in der letzten Folge ein äußerst positives Fazit zur Niederrhein-Woche, schwärmt von den Locations, den Teilnehmern und vor allem vom Essen: „Alle, die ich besuchen durfte, haben richtig gut gekocht“, so Süsser.

Auch vom Landgasthof Westrich in Till ist der TV-Koch auf den ersten Blick begeistert: „Das ist so’n typischer niederrheinischer Landgasthof – zumindest von außen“, stellt Süsser fest, bevor er das idyllisch gelegene Restaurant betritt. Nebenan befindet sich der Hof der Eltern von Landgasthof-Chefin Anette Opgenoorth, die das Restaurant zusammen mit ihrem Ehemann und Chefkoch Thorben Schröder betreibt. Kühe stehen auf der Weide. Und auch der große Gastraum sei bis zum Umbau vor sieben Jahren noch ein Kuhstall gewesen, erklärt Opgenoorth. Das Konzept: regionale Speisen. Das Fleisch kommt von den Kühen der Nachbarn, Gemüse wird von befreundeten Gärtnern und Landwirten bezogen.

Ein Prunkstück des Lokals: die große Küche. „Schönes Schlachtschiff!“, stellt Mike Süsser fest, als er das Reich von Chef Thorben Schröder betritt. Und Schröder fackelt nicht lange: Rehgulasch mit Quarkspätzle und Rahmspitzkohl werden für Mike Süsser zubereitet. „Das Reh habe ich übrigens letzte Woche selber geschossen“, sagt Thorben Schröder, der Jäger ist. Weizen findet sich in der Küche nicht: „Meine Frau hat selber eine Weizenunverträglichkeit, deswegen ist der ganze Betrieb auf Dinkel eingestellt“, sagt der Chefkoch. Mike Süsser kriegt das Reh serviert und ist überzeugt: „Ganz tolles Gericht“, schwärmt der Experte, das „Handwerk eines wirklichen Kochs“. Einziger Kritikpunkt: die Präsentation. Der Teller, auf dem das Rehragout angerichtet wurde, hätte größer und der Präsentation dienlicher sein können.

Dann kommen die anderen vier Teilnehmer der Niederrhein-Woche zum Landgasthof, die am fünften Abend Punkte für Vorspeise, Hauptgang und Nachspeise aus der Küche von Thorben Schröder vergeben, Drumherum inklusive. Angetan sind sie vom großen Gastraum, dem alten Kuhstall, und von der Einrichtung. Auch die Vorspeisen – jeder Teilnehmer bekommt eine andere – kommen an. Dann geht es an den Hauptgang: Vom Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln und Gurkensalat bis hin zu Zanderfilet mit Blumenkohl-Curry und Erbsenpüree reichen die Wünsche der Gäste, und Schröder liefert. Genauso wie beim Nachtisch: Da wird Schokoladenbrownie mit Schokosauce und Tahiti-Vanilleeis kredenzt, oder vegane Schokoladentorte mit Passionsfruchtsorbet und Mangosauce.

Dann geht es an die letzte Bewertung der Niederrhein-Edition. Die vier Kandidaten, die bereits an den ersten vier Sendungstagen mit dem Kochen an der Reihe waren, und die nun bei Westrich speisten, vergeben die Punkte. Thorben Schröders Gesamtausbeute: 33 Punkte, und damit Platz Eins, zusammen mit dem Restaurant Herr Lehmann aus Kevelaer. Die anderen drei Kandidaten – die Schute Marina in Emmerich, das Waldrestaurant Höfer in Sonsbeck und das Restaurant Art in Wesel – hatten von den anderen Kandidaten jeweils 32 Punkte bekommen. Denkbar knapp also.

Aber da fehlen ja noch die Punkte von Mike Süsser, der ganz am Ende alle fünf Restaurants bewertet und damit das Zünglein an der Waage spielen darf: Neun Punkte gibt er Westrich und Lehmann, je acht Punkte an die anderen drei Teilnehmer. Die Gewinner stehen fest: Westrich und Lehmann teilen sich den Sieg der Niederrhein-Edition, und bekommen beide den Goldenen Teller überreicht.

Auch wenn am Ende nicht alle Teilnehmer vom Niederrhein das denkbar knappe Rennen machen konnten – tolle Werbung für die Region haben sie allemal gemacht, und die TV-Zuschauer haben sie hervorragend unterhalten. Mike Süsser jedenfalls hat schon jetzt Lust auf mehr Dreharbeiten in der Region: „Alle vom Niederrhein, bewerbt euch!“

Notiz am Rande: Auf dem Internet-Netzwerk Facebook ist eine kontroverse Diskussion über die Niederrhein-Woche von „Mein Lokal, Dein Lokal“ entbrannt – siehe Kostenpflichtiger Inhalt hier.

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