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Mehrere Festnahmen nach Plantagen-Funden im Kreis Kleve

Großeinsatz der Polizei : 14 Festnahmen – Polizei gelingt Schlag gegen Drogen-Mafia am Niederrhein

17 Objekte wurden durchsucht, 14 Personen festgenommen. Dabei wurden sieben Cannabis-Plantagen mit 1400 Pflanzen im Kreis Kleve entdeckt. In Weeze traf ein Spezialeinsatzkommando auf einen bewaffneten Verdächtigen.

Den Klever Strafverfolgungsbehörden ist ein Schlag gegen die organisierte Drogenkriminalität gelungen: Am Dienstagmorgen wurden unter anderem im Kreis Kleve zahlreiche illegale Cannabis-Plantagen ausgehoben. Insgesamt 14 Personen wurden festgenommen.

Polizei und Staatsanwaltschaft führen den Erfolg auf sogenannte EncroChat-Ermittlungen zurück. Demnach war EncroChat bis Ende 2020 ein Anbieter von verschlüsselter Kommunikationstechnik, der seinen Kunden modifizierte Smartphones zur Verfügung stellte, die auch für kriminelle Machenschaften benutzt wurden. Der französischen und niederländischen Polizei war jedoch die Entschlüsselung des Chatdienstes gelungen und somit waren europaweit Tatverdächtige in den Fokus der Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei geraten. So auch im Kreis Kleve.

Am Dienstagmorgen führte die Direktion Kriminalität der Kreispolizeibehörde Kleve im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kleve den Einsatz durch, bei dem landesweit 17 Objekte durchsucht sowie vier Personen aufgrund von Haftbefehlen festgenommen wurden. Einsatzkräfte nahmen weitere zehn Personen fest, die gegebenenfalls am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden sollen, wie es von den Ermittlern heißt.

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Der Schwerpunkt des Einsatzes lag im Kreis Kleve. Er fand in den Städten Kleve, Emmerich, Kalkar und Goch beziehungsweise in deren Umfeld statt, außerdem wurden Objekte in den Gemeinden Kranenburg, Uedem und Weeze durchsucht. Dabei stießen die Einsatzkräfte auf sieben Cannabis-Plantagen, auf eine weitere im Kreis Gütersloh sowie auf weitere in den Niederlanden. Diese befanden sich teils in Häusern und Wohnungen, teils auch in Scheunen, so eine Polizeisprecherin auf Nachfrage unserer Redaktion.

Neben Kräften der Kreispolizeibehörde Kleve, des Polizeipräsidiums Krefeld und einer Einsatzhundertschaft wurden in Weeze auch Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) für die Festnahme eines bewaffneten Beschuldigten eingesetzt. Polizei und Staatsanwalt hatten im Vorfeld bereits Erkenntnisse gesammelt, dass der Verdächtige bewaffnet ist, sodass das SEK angefordert wurde, das gewaltsam in das Objekt eindrang. Um welche Art von Waffe es sich bei dem Verdächtigen in Weeze handelte, wollte die Polizei am Dienstag nicht sagen.

In den vorgefundenen Plantagen beschlagnahmten die Beamten etwa 1400 Marihuana-Pflanzen, rund 27 Kilogramm verkaufsfertiges Marihuana und kleine Mengen anderer illegaler Drogen. In den Niederlanden wurden im Rahmen der internationalen Rechtshilfe bei den Hauptbeschuldigten insgesamt vier scharfe Schusswaffen, große Bargeldmengen und ebenfalls erhebliche Mengen Marihuana sichergestellt.

Bereits im September 2021 hatte die Kreispolizeibehörde Kleve eine Ermittlungskommission eingerichtet, um Verfahren gegen mehrere EncroChat-Teilnehmer einzuleiten. Nach ersten Festnahmen im Dezember 2021 konzentrierten sich die Ermittlungen auf weitere EncroChat-Teilnehmer, die verdächtig sind, seit Jahren landesweit und grenzüberschreitend illegale Cannabisplantagen auszustatten und mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen Handel mit großen Mengen illegaler Betäubungsmittel zu treiben.

Intensive Ermittlungen führten nun zum Fund der illegalen Indoor-Cannabisplantagen in Deutschland und den Niederlanden.