Kreis Kleve: Mehr Tote auf der Straße

Kreis Kleve : Mehr Tote auf der Straße

Die Kreispolizeibehörde Kleve legte am Dienstag (15. Februar 2011) die Verkehrsunfallstatistik 2010 vor. Die Zahl der Unfalltoten stieg nach dem historischen Tiefstand von 2009 wieder an. 22 Personen starben auf den Straßen des Kreises.

Die Zahl der Verkehrstoten im Kreis Kleve ist wieder angestiegen. Im Jahr 2009 war sie mit 18 Toten auf den niedrigsten Stand gesunken, seitdem diese Daten erfasst werden. 2010 verunglückten 22 Personen auf den Straßen des Kreises Kleve tödlich. Das gab die Kreispolizeibehörde Kleve in der am Dienstag veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik bekannt.

Landrat Wolfgang Spreen sprach trotz der negativen Entwicklung bei den Unfalltoten von einer insgesamt positiven Bilanz: "Die Gesamtzahl der Unfälle ist gesunken, während die auf Landesebene steigt. Leider gibt es mehr Unfalltote im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings darf dabei nicht verkannt werden, dass mit 18 getöteten Personen im Jahr 2009 ein historischer Tiefstand erzielt wurde." Zum Vergleich: 2008 waren es 34 Unfalltote, 1975 verunglückten auf den Kreisstraßen noch 93 Personen tödlich.

Von den 22 Unfalltoten im Jahr 2010 tödlich waren 14 im Pkw unterwegs, vier Fußgänger starben auf den Straßen des Kreises sowie jeweils ein Motorradfahrer, ein Moped-Fahrer, ein Radfahrer und ein Lkw-Fahrer.

Weniger Schwerverletzte

Was Wolfgang Spreen hervorhob, ist der Rückgang der Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten. Im Vergleich zum Vorjahr liegen diese um zehn Prozent niedriger. Dennoch ist der Landrat angesichts der Zahlen weit davon entfernt, in Euphorie auszubrechen: "Wir haben im Kreis Kleve eine erfreuliche Entwicklung. Dennoch, jeder Tote und Verletzte ist einer zu viel."

Der Kreis Kleve schneidet, was die absoluten Unfallzahlen betrifft, im Vergleich zum Landesdurchschnitt weitaus besser ab. Negativer sieht die Bilanz beim Verletzungsrisiko aus. Das heißt, wenn es im Kreis Kleve zu einem Unfall kommt, so sind die daraus resultierenden Folgen hier erheblich schlimmer als dies im Landesdurchschnitt der Fall ist. Das, so erklärt Günter Lange, Leiter der Abteilung Gefahrenabwehr und Strafverfolgung, läge daran, dass wir im Kreis ein ausgesprochen gut ausgebautes Straßennetz haben, auf dem entsprechend schnell gefahren werden kann. Auffällig ist, das überproportional viele aus der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen an Unfällen beteiligt sind oder diese verursachen. So gehören von den 22 Unfalltoten acht zu dieser Altersgruppe, obwohl diese nur 8,4 Prozent der Gesamtbevölkerung im Kreis ausmacht.

Eine große Risikogruppe im Verkehr stellen die Radfahrer dar. Sie sind in der Kategorie "Summe der Verunglückten" extrem stark vertreten. Etwa 24 Prozent beträgt der Anteil der Fahrradfahrer an der Gesamtzahl der Verunglückten. Ein Radfahrer kam 2010 ums Leben, 2009 waren es zwei. Diesen Verkehrsteilnehmern will die Kreispolizei demnächst zusätzliche Beachtung schenken.

Was die Kategorie "Unfallflucht" betrifft, so geht der Trend hier eindeutig Richtung "Frühzeitiger Abschied" vom Ort des Geschehens. Mittlerweile hat jeder Fünfte nach einem Unfall offenbar dringendere Termine, als sich um den verursachten Schaden zu kümmern. Mehr als die Hälfte der Unfallfluchten konnte jedoch aufgeklärt werden. Auch diese Tatsache dürfte Polizeidirektor Günter Lange zu der keineswegs gewagten These bewogen haben: "Es lohnt sich einfach nicht."