Kreis Kleve: Mehr offene Arbeitsplätze als Bewerber

Kreis Kleve : Mehr offene Arbeitsplätze als Bewerber

Allein im Januar ist die Zahl der offenen Stellen im Kreis Kleve um etwa 30 Prozent gestiegen. 406 zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten haben Unternehmen in den vergangenen Wochen der Agentur gemeldet.

Derzeit gibt es 1333 offene Stellen. "Arbeitskräfte werden für alle Bereiche gesucht. Deshalb bin ich auch zuversichtlich, dass der holprige Start auf dem Arbeitsmarkt zu Jahresbeginn nur eine Delle ist", kommentierte gestern der Leiter der Arbeitsagentur Kleve, Dieter Kolb, die Januar-Zahlen für den Arbeitsmarkt.

Danach ist die Quote der Stellensuchenden im Januar gegenüber Dezember im Kreis Kleve um 0,4 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent oder um 582 Menschen auf 8823 Arbeitslose gestiegen. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei im Januar gegensätzlich. Aktuell gebe es mehr Arbeitslos-Meldungen von deutschen Einwohnern aus den Niederlanden, gleichzeitig gebe es bei hiesigen Firmen mehr offene Stellen als Bewerber, so Kolb.

Diese wachsende Nachfrage sei auf demografischen Wandel zurückzuführen, der sich immer mehr auf den Arbeitsmarkt durchschlage, sagte der Agenturleiter. "Technische Fachkräfte sind begehrt", so Kolb. Damit die Wirtschaft ihren Personalbedarf decken könne, sollten Unternehmen versuchen, noch mehr junge Menschen auszubilden. Der Agenturleiter appellierte gleichzeitig an Schulabgänger oder Studenten, die Beratungsangebote der Arbeitsagentur in Anspruch zu nehmen. Jugendliche sollten sich dabei Bild davon machen, ob die Ideen von ihrem Traumjob der Wirklichkeit entsprächen. Gleichzeitig dürfe nicht der Blick auf die Realitäten des Arbeitsmarktes verloren gehen.

Die Agentur zähle mehr Entlassungen von deutschen Einwohnern auf dem niederländischen Jobmarkt, weil vor allem Unternehmen aus der Zeitarbeitsbranche befristete Verträge nicht verlängert hätten, erklärte Kolb. Er begründete dies mit dem Recht im Nachbarland. Nach eineinhalb Jahren hätten Mitarbeiter mit einen befristeten Kontrakt Anspruch auf eine Dauerstelle. Dieser werde allerdings außer Kraft gesetzt, wenn der Beschäftigte sechs Monate ohne Anstellung sei. In der Agentur-Geschäftsstelle Kleve hat sich die Arbeitslosenquote um 0,5 Punkte auf 6,2 Prozent erhöht, und zwar um 175 auf 2524 Menschen. Sie liegt damit aber in Kranenburg, Kleve, Bedburg-Hau und Kalkar unter dem Januar-Wert 2011, der 6,4 Prozent betrug.

In Goch, Uedem, Weeze und Kevelaer ist die Quote um 0,4 Punkte auf 6,0 Prozent gestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich in der Geschäftsstelle Goch um 150 auf 2415 Menschen. Im Januar des vergangenen Jahres war sie jedoch mit 5,6 Prozent um 0,4 Punkte niedriger als aktuell. Dieter Kolb führt dies darauf zurück, dass aus dem Bereich Goch mehr Arbeitskräfte in den Niederlanden tätig sind als aus dem Klever Umfeld.

(RP/rl)