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Mediziner warnen vor der Influenza im Herbst und Winter

Aufruf zum Impfen : Kreis Kleve erwartet stärkere Grippewelle

Bislang lassen sich lediglich 30 bis 40 Prozent der vulnerablen Gruppen gegen Influenza impfen. Auch beim medizinischen Personal war die Impfquote zuletzt rückläufig. Amtsärztin Martina Scherbaum will das ändern.

Einer der Nebeneffekte der Corona-Pandemie war, dass die übliche Grippewelle im Kreis Kleve praktisch ausgeblieben ist. Hygiene- und Abstandsregeln sorgten dafür, dass nicht nur das Coronavirus, sondern auch normale Grippeviren deutlich weniger Übertragungsmöglichkeit hatten. Das dürfte in diesem Jahr anders werden. „Es ist leider zu erwarten, dass die kommende Grippewelle stärker ausfallen wird als in den vorangegangenen Jahren, da durch die zuletzt eingehaltenen Infektions-Schutzmaßnahmen im Rahmen der Corona-Pandemie die Immunität gegen die Grippeviren in der Bevölkerung geringer ist“, sagt Martina Scherbaum, Leitende Amtsärztin des Kreises Kleve. „Die Grippewelle auf der südlichen Welthalbkugel, die der Welle auf der nördlichen Halbkugel vorausgeht, war ebenfalls relativ stark ausgeprägt.“

Daher rät der Kreis Kleve zu einer baldigen Grippeschutzimpfung. Nach der Impfung dauert es zehn bis 14 Tage, bis genügend Abwehrstoffe im Körper gebildet wurden, um eine Infektion mit Grippeviren verhindern zu können. Deshalb sei jetzt – im Vorfeld der Grippewelle – ein guter Zeitpunkt, sich impfen zu lassen.

  • Die Corona-Hotline des Kreises ist unter
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Die Virusgrippe („Influenza“) ist hoch ansteckend und kann durch Niesen und Händeschütteln Erkrankter schnell auf gesunde Personen übertragen werden. Typisch ist der plötzliche Beginn mit hohem Fieber, Reizhusten, starken Kopfschmerzen, oftmals begleitet von Gliederschmerzen und allgemeinem Schwächegefühl. Sollte die Impfung im Oktober oder November versäumt werden, kann diese auch noch im Dezember und selbst zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Vierfach-Impfstoff, der von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird. Dieser ist gegen vier verschiedene Varianten gerichtet, gut wirksam und deckt mehr als 90 Prozent der Influenzaviren ab, die derzeit im Umlauf sind. Eine Impfung ist in den niedergelassenen Arztpraxen, bei Betriebsärzten sowie in einigen Apotheken möglich.

Auch wenn die Grippeschutzimpfung keinen 100-prozentigen Schutz bieten kann, senkt sie zumindest das Risiko für schwere Verläufe und kann die Erkrankungszeit verkürzen. Die Stiko betont, dass mit den verfügbaren Grippeimpfstoffen der größte Effekt – Schutz der Menschen und Entlastung des Gesundheitssystems – erzielt werden kann, wenn die Impfquoten vor allem bei Risikogruppen erheblich gesteigert werden können. Besonders wichtig sei die Grippeschutzimpfung für Über-60-Jährige und für Menschen mit Grunderkrankungen. Weitere Personengruppen, für die Grippeschutzimpfungen wichtig sind, seien Berufstätige im Gesundheitswesen und in Bereichen mit viel Publikum sowie Schwangere.

Auch mit Blick auf die aktuelle Corona-Pandemie sei eine hohe Grippeschutz-Impfquote bei Risikogruppen wichtig, wie es vom Kreis heißt. So könnten schwere Grippeverläufe verhindert und Engpässe in Krankenhäusern vermieden werden. Mit jeder Impfung schütze man nicht nur sich selbst, sondern trage auch dazu bei, die Verbreitung des Grippevirus zu verringern. „Bislang lassen sich lediglich 30 bis 40 Prozent der vulnerablen Gruppen gegen Influenza impfen. Auch beim medizinischen Personal war zuletzt die Impfquote rückläufig“, sagt Scherbaum. „Sinnvoll kann bei Risikogruppen die simultane Impfung mit dem Corona-Auffrischungsimpfstoff sein.“