Kalkar: Markt Kalkar bleibt umstritten

Kalkar: Markt Kalkar bleibt umstritten

Manche mögen's, manche nicht: Der Markt Kalkar bleibt ein sensibles Thema. Fest steht: Die Gastronomen verzeichnen ein besseres Geschäft. Was fehlt sind Fahrradständer. Die Poller bleiben ungewohnt.

Petra Meier von Meier's Restaurant und Café & Bistro Mango kann sich wirklich nicht beklagen. Seit der Umgestaltung des Kalkarer Marktes kann sie 50 Plätze auf der Terrasse am Markt anbieten. Vorher waren es 30. Der Umsatz, der ist dadurch gestiegen. "Nach anfänglicher Skepsis finde ich den neuen Markt auch gelungen. Vor allem aber hat es sich für uns gelohnt. Das Geschäft läuft wirklich gut", sagt Meier ohne Zahlen zu nennen. Ein Ausflug bestätigt jedoch: Vor allem an den Wochenenden sind die Terrassen in Kalkar voll.

Verkehrschaos

Luis Cason von der Kalkarer Eisdiele, der nun 26 statt 14 Tische draußen aufstellt, kann das nur bestätigen. "Wirtschaftlich gesehen stehen wir uns bestimmt nicht schlechter", sagt Cason, dessen Familie seit 35 Jahren von April bis Oktober italienisches Eis am Markt anbietet. Was ihm allerdings fehlt, ist der Charme. "Optisch betrachtet waren mir die kleinen Terrassen lieber. Außerdem sorgen nun die Poller für Verkehrschaos. Erst vorgestern wurde wieder einer umgefahren. Wir erleben hier fast täglich amüsante Szenen", sagt Cason und ergänzt: "In Italien sagt man dazu: verschwendete Lust."

  • Fotos : Der neue Marktplatz in Kalkar

Verschwendet hin oder her — der Markt in Kalkar bleibt auch sechs Wochen nach der offiziellen Wiedereröffnung durch Bürgermeister Gerhard Fonck beim Stadtfest "Kalkar in Blüte" ein sensibles Thema. Manche mögen's, manche nicht — darunter auch Norbert van de Sand, parteiloses Ratsmitglied der Stadt Kalkar. In der vergangenen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses stellte er einen Antrag mit dem Ziel, dass der 1,50 Meter breite Gehweg besser gekennzeichnet, sichtbarer und für Behinderte dauerhaft frei wird. "Oberstes Ziel für den Marktumbau war ja nicht, die Terrassen zu vergrößern, sondern den Marktplatz behindertenfreundlicher zu gestalten", sagt van de Sand. Jetzt soll die Situation beobachtet werden — so der einstimmige Beschluss des Ausschusses.

Georg Kellendonk vom Ratskeller ist zwar von der Umgestaltung nicht direkt betroffen, dennoch empfindet er den neuen Markt als Gewinn. "In Kalkar stimmt einfach das Angebot — von Eis über Kaffee und Kuchen, Bier und Snacks bis hin zur gehobenen Küche. Auch die neuen Terrassen gefallen mir gut. Was allerdings fehlt, sind Fahrradständer und Bäume", sagt Kellendonk.

(RP/jul)
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