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Kleve: Marionette für die Sicherheit

Kleve : Marionette für die Sicherheit

Walter Hinke hat sein Leben der Verkehrserziehung gewidmet. Mehr als 30 Jahre lang brachte der Polizeihauptkommissar a.D. Kindern das richtige Verhalten im Straßenverkehr bei. Immer mit dabei: seine Marionettenfigur "der kleine Putz".

Das Leuchten in den Kinderaugen kann man auch nach zehn Jahren noch nachvollziehen, wenn Walter Hinke den "kleinen Putz" bewegt und sprechen lässt. Die Marionettenfigur ist immer noch in vieler Munde. "Was macht eigentlich der kleine Putz?", so wird der ehemalige Leiter der Verkehrssicherheitsberatungsgruppe oft gefragt, "gibt es den überhaupt noch?". Mit der Marionette "der kleine Putz" erklärte Walter Hinke bis vor drei Jahren Tausenden Kindern das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Im Oktober 2007 zwang ihn sein gesundheitlicher Zustand, die Aktivitäten mit seiner Polizeimarionette zu beenden.

30 Jahre mit dem kleinen Putz

"Was mir fehlt, sind die Kinder, die mir auf offener Straße entgegengelaufen kamen und nach dem kleinen Putz fragten", blickt der Klever Polizeihauptkommissar a.D. etwas wehmütig zurück. Nach seiner Pensionierung am 15. Januar 1999 war es mit seiner dienstlichen Tätigkeit doch noch nicht ganz zu Ende. Das Innenministerium gestattete ihm, weiterhin in Uniform die Kindergärten des nördlichen Kreisgebietes zu besuchen.

Von 1976 bis zu seiner Pensionierung konnte er mit dem "kleinen Putz" über 100 000 Kindern den Umgang im Straßenverkehr beibringen. Auch danach ging es weiter: Bei knapp 300 Veranstaltungen schulte er unzählige Erzieher, Kinder und sogar ihre Großeltern. Ab 2003 erfreute der "kleine Putz" die Kinder bei der Veranstaltungsreihe "Sicher im Auto". Hier ging es um das korrekte Anschnallen von Kindern und Erwachsenen mit Vorführung verschiedener Kindersitze.

"Es war schon traurig aufzuhören, mir fehlte die Begegnung mit den Kindern", sagt Hinke. Vorbei war es auch mit den vom Jugendamt angebotenen Kursen "Kreatives Schaffen", die von ihm geleitet wurden. "Schließlich entstand hier der kleine Putz, der bis zum heutigen Tag zu meinem Wegbegleiter und 'zweiten Ich' wurde", erinnert sich Hinke.

Für den Hauptkommissar aus dem Riesengebirge gab es zahlreiche Ehrungen: 1979 wurde er bester Einzelspieler beim internationalen Vergleich für Puppenspieler, 1988 gewann er den Verkehrssicherheitspreis in Gold der Björn-Steiger-Rettungsdienst-Stiftung, 1992 die Darstellung im Bildband zur 750-Jahrfeier der Stadt Kleve, 1995 den ersten Verkehrssicherheitspreis "ältere Menschen, sichere Wege", verbunden mit einer Prämie von 2000 DM des Landes NRW.

(RP)