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Marie Janssen aus Kleve ist für ein Jahr als Au-pair in den USA

Interview Marie Janssen : „USA-Aufenthalt abzubrechen keine Option“

Die 18-jährige Kleverin ist seit Februar Au-pair in den USA. Durch Corona hat sich einiges geändert.

Im vergangenen Jahr machte Marie Janssen am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Kleve das Abitur. Mittlerweile wohnt sie für ein Jahr in den USA. Wir sprachen mit der 18-Jährigen, die bis Januar Tischtennis für WRW Kleve in der NRW-Liga spielte.

Sie leben seit einigen Wochen in den USA. Wie kam es dazu?

Marie Janssen Ich wollte nach dem Abitur mal etwas anderes als Kleve sehen, und da schien mir ein Auslandsjahr als die beste Möglichkeit. Die USA waren mein Kindheitstraum. Ich habe früher schon öfter auf Kinder aufgepasst, Nachhilfe gegeben und ein Praktikum im Kindergarten gemacht und mir hat es immer Spaß gemacht. Deswegen war das Au-pair-Programm perfekt. Ich habe meine Gastfamilie dann eine Organisation gefunden und bin nun seit dem 10. Februar in den USA. Ich lebe in einer kleinen Stadt in Maryland nahe Washington und habe zwei Gastkinder, einen Jungen (4) und ein Mädchen (7).

Welche Aufgaben haben Sie?

Janssen Die Hauptaufgabe ist, die Kinder glücklich zu machen, auf sie aufzupassen und für sie zu sorgen. Dazu zählen auch das Waschen ihrer Wäsche, die Zubereitung von Essen und Snacks und die Kinderzimmer sauber zu halten. Außerdem muss ich sie zur Schule, beziehungsweise zum Bus bringen und abholen.

Wie sieht der Alltag für Sie aus?

Janssen Mein normaler Alltag und auch meine Freizeit wurden durch das Coronavirus stark verändert. Normalerweise beginnt mein Tag damit, dass ich morgens aufstehe, die Kinder wecke und ihnen Frühstück und Lunchpakete für die Schule mache. Danach helfe ich ihnen, sich für die Schule fertigzumachen und bringe sie anschließend gegen 9 Uhr dorthin. Um 13 Uhr hole ich den Jungen ab und unternehme etwas mit ihm, zum Beispiel fahren wir zum Spielplatz, zum Supermarkt oder zur Bücherei oder ich organisiere Treffen mit anderen Au pairs und deren Gastkindern. Manchmal fahren wir auch nach Hause und er macht einen kleinen Mittagsschlaf. Gegen halb fünf holen wir dann zusammen das Mädchen von der Bushaltestelle ab und laufen nach Hause. Dort wird dann zunächst gegessen und danach helfe ich ihr bei den Hausaufgaben. Danach ist meistens noch etwas Zeit zum Spielen, Basteln und Aufräumen. Zwischendurch kümmere ich mich um die Wäsche und räume die Küche auf. Gegen Abend bade ich die Kinder und helfe ihnen beim Umziehen. Zwischen sechs und sieben kommen die Gasteltern heim und lösen mich ab. Dann verbringe ich entweder noch Zeit mit ihnen oder treffe mich mit Freunden oder fahre zum Fitnessstudio.

Und wie hat es sich durch Corona nun verändert?

Janssen Die Kinder gehen nicht mehr zur Schule und wir verbringen den ganzen Tag zu Hause, da ähnlich wie in Deutschland fast alles geschlossen hat und man den Kontakt zu anderen Menschen vermeiden soll. Auch meine Gasteltern arbeiten momentan von zu Hause aus und fahren nicht zur Arbeit. Deswegen verbringen wir alle den ganzen Tag zu Hause. Das ist natürlich ungewohnt, aber wir versuchen, das Beste daraus zu machen. Das klappt auch ziemlich gut. Momentan habe ich auch am Abend und am Wochenende nicht viele Möglichkeiten, das Haus zu verlassen und auch mein Urlaub nach Mexico und die ganzen Wochenendausflüge, die ich geplant habe, fallen damit ins Wasser.

Haben Sie darüber nachgedacht, die USA vorzeitig zu verlassen?

Janssen Viele Au-pair oder Menschen, die auf andere Weise ein Auslandsjahr machen, entscheiden sich dazu, das Jahr abzubrechen und zurück in ihre Heimat zu fliegen. Das ist für mich aber keine Option, weil es mir trotz der Situation gut gefällt und ich weiß, dass die Situation in Deutschland auch nicht besser ist.