Marc Mülders wird als Karnevalsprinz der Stadt Kleve proklamiert

Karneval : „Der Steuernde“ entert die Bühne

Der 34-jährige Marc Mülders wird am Samstag in der Klever Stadthalle proklamiert. Sein Opa Helmut Mülders war vor 44 Jahren als „der Eiserne“ ebenfalls Karnevalsprinz in der Schwanenstadt.

Der erste große Auftritt in der Stadthalle ist für jeden Klever Prinzen etwas ganz besonderes in seinem Leben. Das wird am Samstag Abend nicht anders sein, wenn Marc Mülders als Marc „der Steuernde“ proklamiert wird. Um 19.11 Uhr ziehen die Standarten der einzelnen Gesellschaften vor ausverkauftem Haus ein, um 19.39 Uhr heißt es dann mit großer musikalischer Unterstützung „Ach, wär ich nur ein einzig Mal ein schmucker Prinz im Karneval“.

Die 34-jährige künftige Tollität, die mit Frau Katrin und seinen Söhnen Jannis (5) und Niklas (3) in Materborn lebt, war schon als Kind buchstäblich närrisch. „Bereits mit neun Jahren habe ich bei Funkturm Hau erstmals die Bühne mit einer Playbackshow geentert als Wildecker Herzbuben oder Die Prinzen“, erinnert sich Marc, der in Hau aufgewachsen ist und, mit einem leichten Grinsen, „geboren natürlich im Klever Krankenhaus“. Mit 12 Jahren war er beim Kinderkarneval Sitzungspräsident im Haus Kuckkuck. „Karneval war in unserer Familie immer ein Thema“, sagt „der Steuernde“. Schließlich war sein Opa Helmut Mülders 1976 als Helmut „der Eiserne“ das Klever Narrenoberhaupt. Und Marc’s Vater Uwe, selbst Büttenredner, trug als damals 16-Jähriger im Karneval die Standarte. „Früher wurde bei uns viel über die schöne Zeit erzählt. Karneval war immer präsent.“ 1999 wechselte die Familie zu Gute Laune Hau. Vater Uwe ist Mitgründer des Vereins und 2. Vorsitzender. Marc hat war dort aktiv bei der Jungtanzgruppe GLH-Dancer.

Nach dem Abitur im Johanna-Sebus-Gymnasium studierte er in Nordkirchen in der Fachhochschule für Finanzen und machte ein duales Studium beim Finanzamt Kleve als Diplomfinanzwirt. Kein Wunder also, wenn sein Sessionsmotto „Steuern runter, Stimmung rauf - Klever Narren obenauf“ heißt. 2010/2011 war Marc erstmals als Gardist unterwegs bei Prinz Michael „der Flammende“. „Da hat mich das Karnevalsfieber wieder gepackt“, sagt die Tollität in spe. 2012 trat er beim tradtionsreichen Karnevalsverein Schwanenfunker ein, mittlerweile ist er dort schon 2. Vorsitzender. Bei Jens „der Tönende“ war er 2012/13 wieder in der Garde, 2016/2017 bei Andreas „der Grenzenlose“ sogar Adjutant. „2013 habe ich mich dann beim Klever Rosenmontags-Komitee beworben, um 2019/2020 Prinz zu werden, weil mein Opa ja vor vier Mal elf Jahren auch diese Position innehatte. Im Mai 2016 wurde ich dann gewählt. Das war immer ein Kindheitstraum.“

Gemeinsam mit 17 Gardisten wird der 34-Jährige bis Aschermittwoch vermutlich über 250 Termine wahrnehmen. Mit von der Partie sind während der Session unter anderem die Funkerschwänchen, die Schwanenfünkchen, die Kolibris, das Bundeschützentamborcorps, der Spielmannszug Materborn, die Doppelzentner aus Kevelaer und Prinzenlied-Sänger Tobias Budde.

Helmut „der Eiserne“ (Mülders) war vor 44 Jahren Klever Prinz. Foto: Privat

Für Marc Mülders’ Oma Erika ist es bestimmt auch ein besonderer Abend, wenn ihr Enkel aus den Händen von Bürgermeisterin Sonja Northing die Prinzenkette angelegt wird. Schließlich ist dort auch ihr 1999 verstorbener Mann Helmut als „der Eiserne“ verewigt.