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Unsere Besten - 7: Mann der Kunst und Gewissen der Stadt

Unsere Besten - 7 : Mann der Kunst und Gewissen der Stadt

Als er die Stelle von Museumsleiter Dr. Friedrich Gorißern übernahm, war Museum Haus Koekkoek ein feines, aber kleines Museum. Jetzt, fast 30 Jahre später ist das Klever Museum Kurhaus ein international anerkanntes Haus, das wie kaum eine andere Institution den Namen Kleves hinaus in die Welt trägt.

Der einstige Museumsdirektor und jetzige Seniorkurator Drs. Guido de Werd schaffte es, die Museen gegen alle Widerstände auf- und auszubauen und nicht nur das: Er sammelte einen Freundeskreis um sich, der ihm half, dieses Anliegen durchzusetzen.

Sammlung Angerhausen

Mit diesen Freunden sammelte er einen Kunstschatz für die Stadt Kleve mit Skulpturen aus dem Mittelalter, gewann die kostbare Sammlung Angerhausen mit dem "Gedächtnis des Niederrheins" (in den vielen Stichen und Dokumenten) und nicht zuletzt mit zeitgenössischer Kunst, die er für Kleve ankaufen konnte, bevor sie für normale Museen unerschwinglich wurde. Es ist ein Schatz, dessen Wert den des Museums weit übersteigt und der mit den Sammlungen großer Museen mithalten kann.

Nicht nur in 34 Jahren als Museumsleiter blieb de Werd streitbar, wurde zum wichtigen kulturellen Gewissen der Stadt, das sich regelmäßig zu Wort meldet. Auch wenn er sich damit nicht nur Freunde machte. Er rettete das Haus Koekkoek als Stätte für die Kunst, er kämpfte für den Bau des neuen Museums Kurhaus bis an den Rand der Gesundheit, holte die berühmte Sammlung Ackermanns ins Museum und trennte sich wieder von ihr, als sie das Haus zu erdrücken drohte. Ungezählt sind seine Publikationen über neue und alte Kunst und vor allem über die Geschichte der Stadt Kleve, die er wie kaum ein anderer vom Mittelalter bis zur Neuzeit als Kunsthistoriker publizistisch begleitet hat. "Ich konzentriere mich jetzt auf die Vollendung des Baus, bin weiter bei den Bausitzungen dabei", sagt de Werd.

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Jetzt bereitet er die Publikationen zur Eröffnung des erweiterten Kurhauses vor, den großen Bestandskatalog, das Buch zum Beuys-Atelier und nicht zuletzt die Feiern zum Koekkoek-Jahr. Dann, wenn 2012 das neue Museum eröffnet ist, wird er nach weit mehr als 30 Jahren in den Ruhestand gehen. Oder was man so Ruhestand nennt.

(RP/jul)