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Mahnwache in Kleve: Bürger stehen fest zusammen für Frieden

Eine der größten Friedensdemos der Stadtgeschichte : Kleve steht fest zusammen für Frieden

Es war eine beeindruckende Demonstration gegen den Krieg in der Ukraine: Rund 700 Menschen kamen am Sonntag zur Mahnwache auf dem Koekkoekplatz.

Fast 77 Jahre, nachdem Kleve am Ende des Zweiten Weltkriegs in Schutt und Asche lag, erlebte die Stadt am Sonntag eine der größten Friedensdemonstrationen ihrer Geschichte. Rund 700 Menschen kamen zum Koekkoekplatz um an der Mahnwache, zu der CDU, SPD, Grüne, FDP und Offene Klever gemeinsam aufgerufen hatten, teilzunehmen. Sie richtete sich gegen den Angriffskrieg Putins in der Ukraine. Zahlreiche Redner äußerten ihre Solidarität mit den Menschen dort, verlangten nach Frieden und erhielten dafür langen Beifall von den Bürgern, die aus dem ganzen Landkreis nach Kleve gekommen waren.

Der Sonntag, der ganz im Zeichen der schrecklichen Geschehnisse in der Ukraine stand, begann für zahlreiche Klever mit der Narrenmesse in der Stiftskirche. Viele Vereine hatten ihre Abgeordneten geschickt, aber nicht nur eingefleischte Karnevalisten, sondern eben auch zahlreiche Gläubige, die nach Trost und Beistand suchten angesichts des Krieges in Europa, füllten die Reihen der Kirche bis in die letzten Bänke hinein. Diakon Michael Rübo als „Kirchenvirus“ und die Karnevalisten Markus Kock als „Coronavirus“ und Petra Rinke als „Karnevalsvirus“ hatten ein närrisches Zwiegespräch vorbereitet, das die Kirchenbesucher begeisterte und mit viel Applaus bedacht wurde. Für einen Gänsehautmoment sorgte Rübo, der den Klevern am Ende der Narrenmesse dafür dankte, „dass Ihr gekommen seid in einer Zeit, in der die Welt Purzelbäume schlägt und in der Helikopter über Kleve fliegen, um eine frohe Botschaft der Hoffnung und Zuversicht nach draußen zu tragen.“ 

 Auch bei der Narrenmesse in der Stiftskirche war der Krieg in der Ukraine ein großes Thema.
Auch bei der Narrenmesse in der Stiftskirche war der Krieg in der Ukraine ein großes Thema. Foto: Marc Cattelaens
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Anschließend zogen die Karnevalisten geschlossen die Stadt hinunter zum Koekkoekplatz, wo sie auf viele weitere Hundert Menschen trafen, die sich dort versammelt hatten. Viele von ihnen hatten hielten die Flaggen der Ukraine und Europas hoch, einige hatten bemalte Schilder mitgebracht wie etwa Kleves Ex-Bürgermeisterin Sonja Northing, auf deren Plakat zu lesen war: „Stoppt den Mörder Putin“. Der Platz war so voll, dass einige Menschen sogar auf die Wallgrabenzone ausweichen mussten, um noch etwas von den Rednern mitzubekommen. 

Bürgermeister Wolfgang Gebing hielt eine starke Rede, in er seine Fassungslosigkeit darüber äußerte, dass Putin den „Krieg nach Europa gebracht“ habe. Er betonte, dass sich auch Teile der russischen Bevölkerung gegen diesen Krieg wendeten. Gebing erklärte seine Solidarität mit den Ukrainern und kündigte am Ende seiner Rede folgendes an: „Ich werde die Verwaltung vorbereiten lassen, dass wir kurzfristig ukrainische Flüchtlinge aufnehmen und beherbergen werden.“ Langer Applaus.

Die ehemalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sprach von einem „schrecklichen, verbrecherischen Angriffskrieg Putins“. Man habe sich lange darauf verlassen können, dass das Völkerrecht eingehalten wird. Damit habe Putin nun gebrochen. „Putin verabschiedet sich von einer regelbasierten Weltordnung“, sagte Hendricks. Zu den deutschen Waffenlieferungen sagte sie: „Ich akzeptiere das. In bestem Fall können Waffenlieferungen dazu führen, dass sich beide Parteien an den Verhandlungstisch begeben.“ Aber mehr sei dadurch nicht erreichbar. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Georg Hiob betonte: „Dies hier ist kein Spaziergang. Dies ist ein Protest!“ Die internationale Solidarität mit den Ukrainern sei nun sehr wichtig. Hedwig Meyer-Wilmes von den Grünen stimmte die Klever auf schwere Zeiten ein: „Es wird Zumutungen geben für alle Bürger. Die müssen wir aushalten. Seien wir mutig.“ FDP-Fraktionschef Daniel Rütter meinte: „Putin hat jetzt Angst, dass sich das russische Volk seiner Autokratie entledigt.“ Und Marco Hendricks, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Offenen Klever sagte: „Putin hat sich in den Geschichtsbüchern verewigt – als Kriegsverbrecher.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mahnwache zum Ukraine-Krieg zog viele in die Klever Innenstadt