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Bedburg-Hau: Louisendorf - eine Besonderheit

Bedburg-Hau : Louisendorf - eine Besonderheit

Eine Ausflugstour führte die Teilnehmer der Interessengemeinschaft Theater/Freizeit von St. Markus Bedburg durch den Gemeindebereich zum Ortsteil Louisendorf. Hatte man sich in den Vorjahren schon in Hau, Huisberden, Till, Moyland und Qualburg geschichtsmäßig informiert, stand jetzt dieser Ort an, der unter architektonischen Gesichtspunkten betrachtet, eine Besonderheit ist. Im Jakob-Imig-Archiv, in Nähe der Elisabeth Kirche, erbaut 1860/61 und benannt nach der Ehefrau des Preußenkönigs Friedrich-Wilhelm IV., informierte Jürgen Graven vom Heimatverein und Pfälzerbund. Es ist dokumentiert, dass das Wort Geschichtszahlen eine ganz eigene Bedeutung hat. 205 mal 205 Meter groß ist der Dorfplatz. In der Mitte thront die Kirche. Von den vier Ecken des Kirchplatzes gehen vier Straßen ab.

Das Gotteshaus wird von 34 Linden eingefasst. Es ist kein Zufall, sondern eine Erinnerung an Königin Luise, die im Alter von nur 34 Jahren verstarb. Gegründet wurde Louisendorf von protestantischen Flüchtlingen aus der Pfalz, die aus ihrer Heimat geflohen und sich auf den Weg nach Amerika gemacht hatten. An der niederländischen Grenze - damals Schenkenschanz anno 1741 - wurde der Ausreiseweg versperrt; sie blieben am Niederrhein. Die Migranten setzten sich zunächst in Pfalzdorf fest, bis das heutige Siedlungsgebiet endgültig vergeben war.

Bis auf den heutigen Tag haben die Pfälzer in Pfalzdorf, Louisendorf und Neulouisendorf die Eigenständigkeit erhalten. Sie pflegen heimatliches Brauchtum, sprechen die Mundart und leben im protestantischen Glauben. 2004 wurde das "Jakob-Imig-Archiv" gegründet. Jakob Imig war ein Mensch mit vielfältigen Interessen. Mit einem Rundgang durch die Räumlichkeiten wurde die Infoveranstaltung hier beendet. Eine Kaffeetafel im Louisendorfer Scheunencafe rundete das Besuchsprogramm ab.

(vA.-)