Kreis Kleve: Logistikmesse hat sich schon etabliert

Kreis Kleve: Logistikmesse hat sich schon etabliert

Zweite Auflage der Trans-Log-Intermodal in Kalkar mit mehr Ausstellern und Besuchern als im Vorjahr. Termin für das Jahr 2019 steht schon fest: 19. und 20. Februar. Logistik-Bereich wächst fast "zu stark": Flächen und Mitarbeiter fehlen.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr besuchten die Kalkarer Messe Trans-Log-Intermodal schon deutlich mehr Fachbesucher - eingeladen von den etwa 100 Ausstellern, die auf die "regionale Messe mit internationaler Ausstrahlung" setzen. Weil nach dem Eindruck von Projektleiter Wolfgang von der Linde die ganz überwiegende Anzahl der Teilnehmer mit Verlauf und Ergebnis der Messetage sehr zufrieden war, steht schon fest, das die "Trans-Log-Intermodal" auch 2019 wieder in der Hansehalle des Wunderlandes stattfinden wird: am 19. und 20. Februar.

Für die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve war die Logistikmesse ein willkommener Anlass, einmal mehr auf die Leistungsfähigkeit der Branche hinzuweisen. "In NRW ist der Bereich Logistik in Bezug auf den Umsatz die größte Branche", stellte WFG-Geschäftsführer Hans-Josef Kuypers im Pressegespräch fest. Im Kreis Kleve arbeiten in Logistik und Großhandel mehr als 7100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte - 7,4 Prozent der Beschäftigten insgesamt. Zwischen den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr und der niederländischen Randstad genießen die niederrheinischen Gewerbegebiete und der Emmericher Hafen "ausgezeichnete Lagequalitäten", sagt Kuypers. Entsprechend groß sei das Interesse von Ansiedlungswilligen. Leider kann der Kreis gefragte Größen von 100 Hektar nicht bieten. Einzig Emmerich, Straelen und Goch / Weeze sind im Gebietsentwicklungsplan für größere Gewerbeflächen-Ausweisungen vorgesehen.

Arndt Wilms von der Erschließungsgesellschaft Emmerich, der auch den Rheinhafen vertrat, stellte dar, wie stark sich die Umschlagmenge in den vergangenen Jahren vergrößert habe. "Da muss sich der Hafen anpassen." Nicht zuletzt durch die niederländische Nachbarkommune 's-Heerenberg, die kürzlich 35 Hektar Gewerbefläche entwickelt habe, werde der Umschlag weiter deutlich anwachsen. Derzeit werde die Planfeststellung für eine Erweiterung am südlichen Ufer des Hafenbeckens vorbereitet.

Gregor Roes von der Spedition Hövelmann aus Rees sprach ebenfalls von erheblichem Wachstum und davon, dass man eventuell bald der Aufträge nicht mehr Herr werden könne - weil das Fachpersonal fehle. Gute Leute müsse man selbst ausbilden, viele gingen danach aber in die Industrie oder studierten. Weil zudem die Flächen knapp seien, müssten neue Lager-Techniken und höhere Hallen her.

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Hans-Gerd Perau von Wolters Nutzfahrzeuge hatte zur Messe unter anderem E-Transporter mitgebracht. Allein auf sie zu setzen sei "auf dem platten Land" wegen der noch immer zu geringen Reichweiten von Elektromotoren aber kaum möglich. Seine Firma setze auf Beratung, Service, Konzepte, individuelle Umbauten: "Viele kleine Baustelle führen zum Ziel." Eine Ausstellung, bei der ihn Bernd Hermans, Berater und Coach für die automobile Zulieferindustrie, unterstützte. Er ermunterte alle Unternehmer, den digitalen und demographischen Wandel nicht nur zu berücksichtigen, sondern "pro-aktiv" einzuplanen.

Fred de Jonge schließlich, Mitarbeiter des Airport Weeze, war früher Geschäftsführer einer großen Spedition und kümmert sich jetzt um die Entwicklung der Flächen am Flughafen. 620 Hektar stehen dort zur Verfügung, allerdings mit der Auflage, für "flugaffines Gewerbe" reserviert zu sein.

Außerdem, erinnerte der Kreis-Wirtschaftsförderer, seien die Flächen am Airport nur zu pachten, nicht zu kaufen. Das hemme natürlich die Investitionsbereitschaft von Unternehmern.

(RP)
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