Kalkar-Neulouisendorf Lkw sollen raus aus Neulouisendorf

Kalkar-Neulouisendorf · Mit zwei Maßnahmen soll erreicht werden, dass weniger Brummis durch den Ort fahren. Einmal sind Einbuchtungen aufgestellt worden, zudem soll die Strecke aus den LKW-Navigationsgeräten verschwinden.

 Achtung Engpass: Am Ortseingang von Neulouisendorf bremsen Einbuchtungen die Autofahrer.

Achtung Engpass: Am Ortseingang von Neulouisendorf bremsen Einbuchtungen die Autofahrer.

Foto: Gottfried Evers

Die Situation auf der Neulouisendorfer Straße ist schon seit längerer Zeit Thema. Anlieger beschweren sich, dass viele Lastwagen durch ihren Ort fahren. Während der Kampagne würden zudem Rüben-Transporter über die Strecke fahren, die dann für diese Fahrzeuge eigentlich gesperrt ist. Nach längeren Beratungen gab es im Ausschuss den Beschluss, Varianten zu prüfen, um die Strecke zu beruhigen.

Schließlich entschieden sich Stadt, Kreis und Polizei dafür, es mit Einbuchtungen direkt am Ortseingang zu probieren. Diese Buchten sind jetzt ganz frisch aufgestellt und sollen erst einmal ein Jahr an ihrem Platz bleiben. Die Neulouisendorfer Straße wird damit quasi zur Teststrecke. Nach dem Probejahr soll Bilanz gezogen werden. "Als Variante war auch im Gespräch, einen Teil der Straße optisch abzugrenzen, um sie so enger zu machen", erläutert Andreas Stechling von der Verwaltung Kalkar. Diese Version ist allerdings außerhalb von Ortschaften nicht erlaubt, deshalb wurde diese Alternative erst einmal verworfen. Die Fahrbahnverengung sei eine Anregung der Anwohner gewesen. "Es macht natürlich nur Sinn, diese Einbuchtungen am Ortsein- und -ausgang aufzustellen", sagt Stechling. Auf der Strecke außerhalb des Ortes sei Tempo 100 erlaubt, es mache keinen Sinn, dort die Autos zu bremsen, die dann wieder mit hohem Tempo in den Ort hineinfahren. Problem in dem Bereich ist nämlich, dass die Straße fast geradeaus führt und damit auch zum flotten Fahren einlädt. Um Vergleichsdaten für den Test zu haben, ist vom 27. Oktober bis 3. November gemessen worden, welche Autos den Bereich passieren. 6 600 Fahrzeuge wurden in beiden Richtungen gezählt, 830 davon waren LKW, das sind rund 12,5 Prozent.

Ziel soll sein, die Zahl der Lastwagen zu senken. Die sollen nämlich eigentlich über die parallele Römerstraße geschickt werden. Problem ist allerdings, dass die Navigationsgeräte die Brummifahrer durch Neulouisendorf schicken. Deshalb soll auch dieses Problem angepackt werden. Am 25. März hat die IHK zu einer Veranstaltung zum Thema "städteverträgliche LKW-Navigation" eingeladen. Hier geht es um ein Projekt, das im Ruhrgebiet bereits läuft, wie Ansgar Kortenjann von der IHK erläutert. Problem ist im Ruhrpott, dass Lastwagen bei Stau die Autobahnen verlassen und dann per Navi durch die Innenstädte gelenkt werden. Dabei werden sie zu Unterführungen gelost, die nicht hoch genug sind oder mitten durch Wohngebiete geführt. Weder für Fahrer noch für Anwohner ist das angenehm. Daher haben die Ruhrstädte mit der IHK jetzt einen Datensatz erstellt, der Vorrangstrecken für LKW ausweist. "Wir sind so weit, dass die Daten bald den führenden LKW-Navigationsfirmen angeboten werden können." Und eben dieses System soll auch auf den Kreis Kleve übertragen werden. Ein Jahr lang sollen Daten der Kommunen gesammelt werden, um dann Vorrangrouten auszuweisen.

Auch Andreas Stechling wird an der IHK-Veranstaltung teilnehmen. Seine Hoffnung ist, dass die Neulouisendorfer Straße auf diese Weise aus den LKW-Navis verschwindet.

(RP)
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