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Kleve: Letzte Hoffnung: Café Hope

Kleve : Letzte Hoffnung: Café Hope

Das Café Hope in Kleve bietet Jugendlichen Hilfe bei Problemen an, bei denen Eltern immer öfter überfordert sind. Alkohol, Zigaretten und harte Drogen sind streng verboten. Für viele der erste Schritt in einen geregelten Alltag.

"Aus nichts was machen? Kein Problem!" Die das sagen, sind glücklich dran. Sie sind in der Lage, auch aus der kleinsten Kleinigkeit noch das Beste herauszuholen. Beneidenswert! Andere dagegen meinen, sie hätten zwei linke Hände, weil ihr Weg mit Niederlagen gepflastert ist. Oft resultieren diese jedoch lediglich aus Nichtwissen: "Ja, wenn mir das jemand vorher gesagt hätte...!", hört man dann oft. Dieser "Jemand" sind in den meisten Fällen die Eltern. Doch immer öfter sind sie bei der Begleitung ihres Nachwuchses in das Erwachsensein schlicht überfordert. Kommen die Kinder dann mit Problemen wie Mobbing, Gewalt oder gar Drogen nach Hause, besteht die Antwort der Eltern meist nur aus einem Achselzucken, sie wissen einfach nicht weiter.

Hilfe auf Augenhöhe

Genau diese Problematik hat das "Cafe Hope" (Kleve, Regenbogen 14, früher "Teestube"), eine Einrichtung des Vereins "Initiative Jugendhilfe und Lebensberatung" erkannt und bietet Hilfe auf Augenhöhe an. Fritz Kleppe und Andreas Coenen, ausgebildete Fachkräfte im Bereich Sozialarbeit und Pädagogik, kennen die Schwierigkeiten, mit denen sich die jungen Leute herumschlagen müssen.

Die Hilfe kann dann viele Gesichter haben: intensive Gespräche, Unterstützung bei Suchtproblemen oder Streitigkeiten im Elternhaus und sogar Begleitung bei der Suche nach einer Praktikumsstelle oder bei Behördengängen. Dabei lernen die Jugendlichen, die sich zuvor oft nur gelangweilt im Klever Bahnhofsbereich aufgehalten haben, dann aber doch einen Sinn im Leben entdeckten, dass Vieles gar nicht so schwer ist, wie es am Anfang ausgesehen hat. Doch das Wichtigste ist, dass das Gefühl des Allein-gelassen-seins endlich der Vergangenheit angehört. "Unser Cafe Hope ist quasi ein Familienersatz und kein herkömmliches Jugendheim", sagt Fritz Kleppe.

Neben der Suche nach Problemlösungen treffen die Schüler und Jugendlichen hier natürlich auch Gleichaltrige mit denen sie was unternehmen können oder einfach nur Musik hören. "Laute Musik ist nach der Schule wie ein akustischer Sandsack, an dem sie sich abreagieren können", weiß Fritz Kleppe und lässt auch mal wummernde Bässe zu. Dabei gibt's für die Jungen und Mädchen auch feste Grundsätze: die Räume sind zu jeder Zeit alkohol-, drogen- und rauchfrei. "Diese Regeln haben wir zusammen mit den Jugendlichen erarbeitet", kann sich Melanie Jansen, die Leiterin der Gruppe "Offenes Ohr" (Treffen der über 18-jährigen und sozial Schwachen) noch gut erinnern. "Deshalb halten sich auch alle daran." Damit ist der erste Schritt in einen geregelten Alltag, auch außerhalb des "Cafe Hope", gemacht und vielleicht können später einige von ihnen sogar sagen: "Aus nichts was machen? Kein Problem!"

(koma)