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Kleve: Leon lebt sein Abenteuer in Neuseeland

Kleve : Leon lebt sein Abenteuer in Neuseeland

Leon Op de Laak aus Wachtendonk ist in Neuseeland unterwegs: Work and Travel. Er hat sich via Internet eine Reisepartnerin gesucht, den Rucksack gepackt und sich einfach aufgemacht. Hier erzählt der 18-Jährige, was er bisher erlebt hat.

Nach dem Abitur habe ich mich entschieden ein Auslandsjahr zu machen. Durch die Facebook-Gruppe "Work and Travel Neuseeland" fand ich eine "travelmate", also eine Mitreisende. Seit Oktober bin ich jetzt unterwegs. Mich am Flughafen von meinen Eltern zu verabschieden, war das Schwerste für mich. (Kleiner Tipp für die, die auch ein Auslandsjahr machen wollen: Drückt eure Eltern ganz fest und geht schnell durchs Gate, ohne euch nur einmal umzudrehen).

Beim Zwischenstopp in Dubai habe ich meine "travelmate" Sarah getroffen. Vier heiße und verschwitzte Tage lang haben wir uns die Stadt mit ihren imposanten Gebäuden angesehen. Dann, nach einem 23-stündigen Flug mit Zwischenstopps in Bangkok und Sydney, sind wir endlich, völlig erschöpft, in Christchurch in Neuseeland angekommen.

 Leon mit Gasmaske vor einer Schwefelquelle auf White Island, einer Vulkaninsel. Vulkangestein und Schwefelablagerungen bilden surreale Anblicke.
Leon mit Gasmaske vor einer Schwefelquelle auf White Island, einer Vulkaninsel. Vulkangestein und Schwefelablagerungen bilden surreale Anblicke. Foto: Leon Op de Laak

Die ersten Tage haben wir damit verbracht, ein Auto zu kaufen, die "IRD number" (Steuernummer) zu beantragen, ein Bankkonto zu eröffnen und noch vieles mehr. Mit unserem ersten eigenen Auto ging dann die große Reise los.

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Und die war voller großartiger Momente. Am Foxglacier habe ich meinen ersten Tandemfallschirmsprung gemacht. In Queenstown bin ich die größte Schaukel der Welt hinunter gesprungen: Der sogenannte "Canyon Swing" war Adrenalin pur. Auf der Insel Stewart Island und sind wir dann auf dem "Rakiura Track" gewandert. Nachts habe ich mich in die Kälte gestellt und zwar keinen Kiwivogel gesehen, aber gehört.

Die erste Arbeit hatten wir auf einem Weingut. Das war nicht das Schönste, hat aber die Kasse aufgefüllt. Danach waren wir am Lake Tekapo, am höchsten Berg Neuseelands, dem "Mount Cook". Im Abel Tasman Nationalpark mussten wir einen Umweg fahren, da ein schweres Erdbeben den Highway drei Wochen zuvor schwer beschädigt hatte. Wir hatten von dem Beben gar nichts mitbekommen, aber Freunde und Familie in Deutschland haben sich große Sorgen gemacht. Bei der mehrtägigen Kayak-Tour im Abel Tasman waren die Seerobben gerade mal einen Meter von mir entfernt im Wasser.

Unseren zweiten Job hatten wir als Apfelpflücker. Und dann haben wir Weihnachten gefeiert - in einem Haus am Strand mit vier anderen Backpackern. Wir haben gewichtelt, "Kevin allein zu Haus" geguckt, Kekse gebacken und hatten ein tolles Barbecue am Heiligabend. Schon merkwürdig, Weihnachten am Strand zu grillen.

Bis vor Silvester haben wir die Südinsel bereist, jetzt sind wir auf der Nordinsel. Da gibt es den längsten Ortsnamen der Welt: "Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu". Das ist Maori und bedeutet: "Der Ort, an dem Tamatea, der Mann mit den großen Knien, die Berge hinabrutschte, emporkletterte und verschluckte, bekannt als der Landfresser, der seine Flöte für seine Geliebte spielte."

Faszinierend war "White Island". Die Insel ist der aktivste Vulkan Neuseelands. Mit Schutzhelm und Gasmaske bin ich über Vulkangestein, Schwefelablagerungen und durch eine Mondlandschaft gelaufen - ein einmaliges Erlebnis. Und zum Whitewater-Rafting war ich in Rotorua, die auch als "Stinke-Stadt" bezeichnet wird: Überall aus dem Boden qualmt und stinkt es wegen vieler Schwefelquellen. In heißen Flüsse kann man gut entspannen. Es ist von der Temperatur her wie im Whirlpool, Wasserfälle dienten der Nackenmassage. Sowas gibt es nur an wenigen Orten auf der Welt.

Beeindruckend ist die Vielfalt der oft unberührten Natur und Vegetation in Neuseeland. Es gibt kilometerlange Strände, verschneite Berge, Bergseen, Vulkane, Gysire, Fjorde, Nationalparks. . . Die Menschen haben wir als sehr nett und äußerst hilfsbereit erlebt. Kontakt zu Maori hatten wir bisher wenig. Das soll sich aber ändern, auf der Nordinsel leben viel mehr Maori. Allgemein gibt es hier mehr Menschen: Allein in der Stadt Auckland leben 1,3 Millionen, auf der gesamten Südinsel sind es nur etwa eine Million.

Wir haben noch viel vor. Bis zum 29. März bleibe ich in Neuseeland, dann fliege ich für etwa fünf Wochen nach Australien. Unter anderem will ich noch auf den Schicksalsberg aus "Der Hobbit" gehen. Arbeiten müssen wir auch noch, denn das Leben in Neuseeland ist nicht billig. Lebensmittel sind hier teurer als in Deutschland. Benzin auch. Wahrscheinlich werden wir auf einer Obstfarm die Ernte einholen. Die geht jetzt nämlich los: Mandarinen, Orangen, Äpfel und mehr.

Leon sendet Grüße in die Heimat: "Nachträglich gratuliere ich meinem Opa zu seinem 80. Geburtstag! Und ich grüße meine Familie, Freunde und Verwandten." Er will an dieser Stelle in einer Kolumne weiter von seinen Erlebnissen berichten.

(RP)