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Lebenshilfe Kreis Kleve: Software unterstützt beim Lesen und Sprechen

Kreis Kleve : Software unterstützt beim Lesen und Sprechen

„Unterstützte Kommunikation“ in den Wohnstätten der Lebenshilfe soll den Bewohnern helfen, ihren Alltag zu meistern. Allerdings kennen viele Ärzte diese Möglichkeit noch nicht, so die Lebenshilfe.

Menschen können ohne Kommunikation nicht sein. Wenn aber die Sprache fehlt oder die Sinne eingeschränkt sind, dann ist es schwer, sich mitzuteilen. Letzteres kommt vor allem in dieser Pandemie zum Tragen, so die Lebenshilfe. „In den Wohnstätten müssen sich Menschen mit sehr vielen und sich ständig ändernden Bedingungen auseinandersetzen: Maskenpflicht, Besuchsregelungen, Impfungen und vieles mehr“, schildert Elke Keldenich vom Pädagogischen Fachdienst der Lebenshilfe. Die Lösung ist für die Lebenshilfe der Einsatz der „Unterstützten Kommunikation“.

„Die uns anvertrauten Menschen können oft nicht so gut sprechen, lesen oder schreiben“, sagt Jutta Dreher, Fachbereichsleiterin Wohnen bei der Lebenshilfe in Kleve. „Deswegen werden sie im Alltag von uns pädagogisch und auch technisch unterstützt, um sich besser orientieren und verständigen zu können.“ Hierbei finden die Methoden der „Unterstützten Kommunikation“ (UK) Anwendung, die den Bewohnern hilft, sich besser auszudrücken, von Erlebnissen zu berichten und das eigene Leben aktiv zu gestalten. „Wir fördern die an unsere Bewohner individuell angepasste pädagogische und technische Anwendung dieser UK-Methoden, um allen Bewohnern ein soziales und kommunikatives Miteinander zu ermöglichen“, ergänzt die Projektbeauftragte Elke Keldenich, die vor drei Jahren die Projektgruppe „Unterstützte Kommunikation“ ins Leben gerufen hat. Seither arbeitet die Lebenshilfe aktiv daran, die vielfältigen Möglichkeiten und Hilfsmittel der Unterstützten Kommunikation in den Alltag der Wohnstätten einzubinden.

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Die Symbolsoftware „Metacom“ soll allen Beteiligten mit einem Vokabular von mehr als 10.000 kreativen Symbolen helfen. Mit deren Hilfe können nun leicht verständliche Wochenpläne oder Auswahltafeln, beispielsweise für Essenssituationen oder Freizeitaktivitäten, erstellt werden. Auch wurden für alle Wohnstätten Aushangtafeln angeschafft, auf denen Informationen in leichter Sprache, ergänzt mit Symbolen und Bildern dargestellt sind. Die Bewohner können sich diese Informationen mit Hilfe eines sogenannten Anybook-Readers vorlesen lassen. Zudem setzt sich die Projektgruppe der Lebenshilfe dafür ein, dass die Bewohner, die Hilfe brauchen, individuell mit notwendigen UK-Hilfsmitteln versorgt werden. Etwa mit sprechenden Tasten, einfachen Kommunikationsbüchern oder mit Kommunikationssoftware ausgestattete Tablets mit Sprachausgabe. Auch die Nutzung von Gebärden wird durch das UK-Projekt gefördert. Keldenich: „Es zeigt sich, dass viele Ärzte die Methoden der UK und die Möglichkeiten der Förderung der Kommunikation bei erwachsenen Menschen mit Behinderung mit Hilfe dieser Methoden und der Logopädie noch nicht kennen.“

(RP)