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Kalkar: Laudator seit zwei Jahrzehnten

Kalkar : Laudator seit zwei Jahrzehnten

Senatspräsident Karl Ludwig van Dornick hat bereits 21 Mal für die KKG die Würdigung eines Ochsenordenträgers übernommen. In seiner unnachahmlichen Art versteht es van Dornick, die ernste Rede mit Humor zu füllen.

Der "Goldene Ochsenorden" der Kalkarer Karnevalsgesellschaft (KKG) ist unzertrennlich mit dem Senatspräsidenten Karl Ludwig van Dornick verbunden. "1992 habe ich zum ersten Mal die Laudatio für den Ordensträger Pastor Fritz Leinung aus Kleve gehalten und nun, in 2012, für Pfarrer em. Walter Schepers aus Kalkar", sagt der 70-Jährige, der inzwischen 21 Mal die Würdigung eines Ochsenordenträgers vorgenommen hat.

Dabei ist stets ein Spagat zu überwinden, denn die Ausgezeichneten haben sich durch ein besonderes soziales Engagement verdient gemacht, ein Thema, das sich schwerlich mit Karneval verbinden lässt. Jedoch in seiner unnachahmlichen Art versteht es van Dornick, die Mienen aufzuhellen und die ernste Rede mit Humor zu füllen. "Die Ordensträger sind unterschiedliche Persönlichkeiten", blickt der Senatspräsident zurück, der das Publikum im historischen Ratssaal der Stadt Kalkar stets durch eine mitreißende, rhetorisch überzeugende Laudatio begeistern und fesseln kann. Der Diplom-Ingenieur gehörte 1965 zu den Gründungsmitgliedern der KKG.

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Unmittelbar nach dem Krieg gab es in Kalkar zwei Säle, den Saal Lemm mit dem Theater am Niederrhein und dem Kino und den Saal des Gastwirts und Metzgers Felix Görtzen. Hier war die KKG zuhause. Es lebte die pure Freude, dass man überlebt hatte, es war eine kreative Zeit. "In dieser Zeit entstanden die alten Karnevalslieder, ein Fundus, der Kalkar zusammenhält", so van Dornick. Nachdem Felix Görtzen Prinz wurde, weil man ihm als Wirt den Ratskeller versprochen hatte, es aber nicht dazu kam, flaute der Karneval ab, bis 1965 die KKG, angeregt durch einen Kegelclub, neu gegründet wurde. Karl Ludwig van Dornick war Büttenredner, und mit der Gründung kamen auch die Senatoren. Sein Vater, Fritz van Dornick, war der erste Senatspräsident, gefolgt von Paul Loewen, Theo Kuypers, Wolfgang Enke und ab 1992 Karl Ludwig van Dornick, der seit 1976 Senator und zeitweise Büttenredner und Sitzungspräsident war.

"Mein Vater hatte Beziehungen zu einer Ochsenbraterei aus Rheydt. So wurde zu Karneval ein Ochse gebraten. Neben dem Aachener 'Orden wider den tierischen Ernst' war der Ochsenorden geboren", erinnert sich van Dornick. Wenn sich das Ochsenbraten auch später finanziell nicht mehr trug, wurde dennoch der Orden weiterhin verliehen. Der Ratssaal bot den festlichen Rahmen, und anschließend gab es einen Umzug durch die Stadt bis zum Saal Siekmann. Die Senatoren trafen sich in der Ochsenburg, im Café Hirten. Die vielen befreundeten Karnevalsvereine meldeten dort ihren Beitrag zum Programm an. Da gab es oft Überraschungen.

(stw)