Lange Nacht der Bands mit neun Gruppen in Kleve.

Kleve : Eine ganze Nacht voller Live-Musik

Bei der Klever „Nacht der Bands“ spielten neun Gruppen in neun Kneipen. Bis spät in die Nacht zelebrierten hunderte Musikbegeisterte das Kneipenhopping. Ein niederländisches Paar war gar eigens für die Veranstaltung angereist.

Dicht an dicht drängen sich die Gäste im Café Solo, kaum Platz, das Bierglas zum Mund zu führen. Die Augen der Besucher richten sich auf die Cover-Band "moodish". Ihr Frontmann James Taylor spielt auf der nur wenige Meter großen Bühne Klassiker von Robbie Williams und Queen. Der Waliser bringt den Saal mit dem Hit „Feel“ bis auf die letzten Reihen zum rhythmischen Wippen, schweißgebadet singt er bis in die späten Abendstunden. Die Stimmung? Könnte kaum besser sein, da sind sich die Anwesenden einig. „Einen solchen Abend braucht die Stadt Kleve einfach. Sind wir ehrlich: So viel Trubel gibt es hier gerade abends nicht. Diese Veranstaltung aber ist etwas ganz Besonderes“, sagt die Studentin Marleen Gerritsen, die mit ihrem Freund die dritte Auflage der Nacht der Bands zelebrierte.

In neun Lokalen, Kneipen und Restaurants spielten Musikgruppen ab 19 Uhr, der Clou: Für Besucher reichte eine einzige Eintrittskarte. Verbunden wurden die verschiedenen Stationen von einem eigens für die Großveranstaltung eingerichteten Shuttlebus. Auch stilistisch hatte der Abend eine Menge zu bieten. Nicht nur die Freunde von Party-Music der Band Moodish, auch musikalische Einlagen á la Rock, Soul, Blues, Oldies, Schlager, Hardrock, Pop, Bluesrock, Boogie, Rock n’ Roll, Reggae, Latin Pop, Salsa oder Country wurden zum Besten gegeben. „So etwas haben wir noch nie erlebt. Die Stimmung ist einfach atemberaubend, die Bands richtig gut“, sagt Diana den Heijer.

Die Niederländerin war mit ihrem Partner Peter Vos eigens aus Den Haag angereist, um die Nacht der Bands zu erleben. „Wir kommen regelmäßig zum urlauben nach Kleve. Als wir vor einigen Wochen von dieser Nacht der Bands hörten, haben wir sofort ein Hotel für das Wochenende gebucht“, sagt den Heijer. Den Auftakt in den Abend erlebten sie im Hotel „Zur Post“, wo die Rock-Gruppe „Magic Cops“ aufspielte. „Hier bei „Zur Post“ war es nun nicht allzu voll. Das macht das Ganze noch eindrucksvoller. So nah kommt man einer Band sonst nie“, sagt Peter Vos. Die weiteren Pläne des Paares: Im Laufe des Abends pilgerten sie fußläufig zur Rockcover-Band „Kite“ bei CurryQ in der Neuen Mitte, auch dem Marställchen statteten sie noch einen Besuch ab. Dort spielte „Rob Collins & Paddy Boy“ mit einem buntgemischten Coverprogramm aus Stücken von Bob Dylan, Bruce Springsteen und AC/DC auf.

In vielen Lokalen herrschte dichtes Drängen vor den Bühnen der Musiker. Im Cafe Solo waren die weiblichen Gäste klar in der Mehrheit. Foto: Evers, Gottfried (eve)
Die Magic Cops um Michael Upadek rockten im Restaurant "Zur Post". Foto: Evers, Gottfried (eve)

„Auf der kleinsten Bühne ist Platz, das beweist die Nacht der Bands. Da man so nah an den Menschen dran ist, kann man sie sofort mitnehmen. Die Besucher machen den ganzen Abend über mit“, sagt Sänger Rob Collins. Er sei schon mehrfach bei ähnlichen Veranstaltungen im Bundesgebiet aufgetreten, bei der Klever Nacht der Bands gab er nun sein Debüt. Auch die Klever Studentin Marleen Gerritsen zeigte sich im Nachgang der Veranstaltung angetan: „Man trifft so viele nette Leute und in jedem Lokal herrscht eine komplett andere Stimmung.“ Es sei mitunter schwer gewesen, sich überhaupt für einen Auftritt zu entscheiden. Während ihr Partner nämlich vorrangig auf englischsprachigen Blues stehe, begeistert sie sich für R&B und Party-Hits. So einigten sie sich auf einen Kompromiss: Sie starteten im Samocca bei den „Lucky Lunatics“, die das musikalische Rock n´ Roll-Gefühl der 50er-Jahre in die Schwanenstadt importierten. Weiter ging es mit den Künstlern von „moodish“ im Cafe Solo, ausklingen lies das Paar den Abend zu später Stunde im Tanzhaus Kleve. „Das war das einzige Manko des Abends. Die Kneipen in der Stadt erreicht man ja ziemlich einfach, zum Casa und zum Tanzhaus ist das schon schwieriger. Aber die Band sind es wert, den Weg auf sich zu nehmen. Eine solche Auswahl an Genres hat man sonst nie“, sagt Gerritsen.

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